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Saturn-Mission: Cassini filmt Schwammmond im Vorbeiflug

Der Saturnmond Hyperion
Die Raumsonde Cassini ist auf ihrer Dauer-Rundreise im Saturnsystem Anfang Juni an dem kleinen Mond Hyperion vorbeigehuscht. Aus 25 Teleobjektiv-Aufnahmen der Sondenkamera produzierten die Nasa-Forscher nun dreidimensionale Ansichten und einen kleinen Film der Passage. Cassini näherte sich seinem Fotoobjekt dabei bis auf 168 000 Kilometer.

Hyperion in 3D-Ansicht | Mit grün-roter 3D-Brille springt die unregelmäßige Form des kleinen Saturnmondes Hyperion noch deutlicher hervor. Die zwei Aufnahmen, die für die dreidimensionale Ansicht kombiniert wurden, schoss Cassini am 10. Juni 2005 aus etwa 176 000 Kilometern Abstand.
Deutlich wurde insbesondere die unregelmäßige Kartoffelform des 328 mal 260 mal 214 Kilometer kleinen Mondes. Der Saturnbegleiter scheint damit um ein weniges zu klein zu sein, um sein Inneres durch die eigene Schwerkraft allmählich zu komprimieren und dabei seine äußere Form abzurunden. Entsprechend gering ist die Dichte des Mondes: Nur etwa 60 Prozent der Mondmasse erreicht die Dichte von gefrorenem Wasser, der Rest dürfte aus Hohlräumen unter der Oberfläche bestehen. Mit seiner porösen Struktur erinnere der sich chaotisch auf seiner Bahn überschlagende Hyperion etwas an einen im Saturnorbit umhertorkelnden Badeschwamm, so die Nasa-Forscher.

Wahrscheinlich bestehe Hyperion zu großen Teilen aus Eis mit nur geringen Beimengungen aus Gestein und Metallverbindungen. Zwar machte Cassini auf der Mondoberfläche auch dunklere, dichtere Regionen aus, die aber womöglich wie beim Saturnmond Iapetus von der Kollision mit dunkel färbenden Materiepartikeln herrühren. Die Resonanz der Bahnen von Hyperion und dem viel größeren Mond Titan führt im Normalfall allerdings dazu, dass lockeres Einschlag-Material von der Oberfläche des kleinen Schwammmondes in den Schwerkrafteinfluss des größten Saturnmondes gezogen wird und nicht auf der Oberfläche des kleinen Mondes verbleibt.

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