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Saturn-Mission: Cassini-Huygens lichtet Dunstschleier um Titan ab

Durchflug durch Saturns Ring
Die amerikanisch-europäische Doppelsonde Cassini-Huygens hat während ihres Vorbeiflugs am 3. Juli Aufnahmen des Stratosphären-Nebels geschossen, der den Saturnmond Titan umgibt. In den Falschfarben-Bildern sind die Dunstschichten als purpurner Schleier zu erkennen. Warum es sich um zwei voneinander getrennte Nebelschichten handelt, ist derzeit noch unbekannt und eine der Fragen, die mit Hilfe der Saturnsonde in den nächsten vier Jahren beantwortet werden soll.

Titan | Falschfarbenaufnahme des Saturnmonds Titan im ultravioletten Licht: Der Hauptkörper wurde blass-orange gefärbt, so wie er auch in Echtfarbaufnahmen erscheint. Der atmosphärische Nebel ist violett getönt, um ihn sichtbar zu machen.
Titan ist neben der Erde der einzige Körper im Sonnensystem, dessen dichte Atmosphäre primär aus Stickstoff besteht. Wissenschaftler vermuten, dass der dichte Dunst, in den sich der Mond hüllt, in hohen Atmosphärenschichten jenseits von 400 Kilometern entsteht. In einem fotochemischen Prozess bricht UV-Licht vermutlich die Bindungen von Methan- und Stickstoff-Molekülen auf, wobei komplexere organische Moleküle entstehen, die sich als sehr kleine Partikel in der Stratosphäre sammeln. Im Bereich ultravioletter Wellenlängen lässt sich dieser Dunst sichtbar machen.

Mimas | Der Saturnmond Mimas ähnelt auf Grund seines vergleichsweise großen Kraters dem "Todesstern" aus den "Star-Wars"-Filmen.
Ebenfalls am 3. Juli entstand ein Bild vom kleinen Saturnmond Mimas, der durch seinen riesigen Krater ein wenig an den "Todesstern" aus den "Star-Wars"-Filmen erinnert. Mit lediglich 398 Kilometern Durchmesser ist der Mond weitaus kleiner als Titan, der mit seinen 5150 Kilometern nach Ganymed der zweitgrößte Satellit im Sonnensystem ist. Der riesige Krater in der nördlichen Hemisphäre misst ungefähr 130 Kilometer im Durchmesser und ist bis zu 10 Kilometer tief. Er wurde nach dem deutsch-englischen Astronom Sir Friedrich Wilhelm (William) Herschel (1738-1822) benannt, der Mimas im Jahre 1789 entdeckt hatte.

Cassini-Huygens ist Anfang Juli nach einem fast sieben Jahre langen Flug in eine Umlaufbahn um den Saturn eingeschwenkt. Die Gemeinschaftssonde von Nasa, Esa und der Italienischen Weltraumbehörde Asi soll in den kommenden vier Jahren den zweitgrößten Planeten in unserem Sonnensystem insgesamt 76-mal umkreisen. Dabei fliegt sie allein 45-mal an Titan vorbei, auf dem zum Jahreswechsel die Huygens-Sonde ausgesetzt werden soll.

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