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News: Cassinis Rendezvous mit Enceladus – Erfolge und eine Panne

Am 12. März 2008 näherte sich die Raumsonde Cassini Saturns sechstgrößten Mond Enceladus bis auf rund fünfzig Kilometer an. Dabei wurden insbesondere die vulkanischen Regionen im südlichen Polargebiet des Trabanten genauer untersucht. Jetzt sind erste Ergebnisse bekannt.
Der Saturnmond Enceladus
Während des Vorbeiflugs analysierte Cassini unter anderem die Eispartikel, welche die Kryovulkane auf der Oberfläche des Monds mit einer Geschwindigkeit von rund 400 Metern pro Sekunde hinausschleudern. Wissenschaftler vergleichen nun, ob die gesammelten Daten mit der Zusammensetzung der dünnen Atmosphäre übereinstimmen, die über der südlichen Hemisphäre entdeckt wurde. Dies soll helfen, die Quelle der Gashülle ausfindig zu machen. Auch fanden sich weitere Anzeichen für Wasser unterhalb der Oberfläche.

„Die Aufnahmen der Sonde zeigen uns jetzt deutlich, wie verschieden die beiden Polarregionen von Enceladus sind“, sagte Carolyn Porco, Leiterin des Bildauswertungs-Teams am Space Science Institute im amerikanischen Colorado. Dieser Vergleich ist wichtig, um die komplexe geologische Vergangenheit des Eismonds rekonstruieren zu können. Am Nordpol enthüllten die Bilder eine alte, mit Kratern übersäte Landschaft, der Südpol hingegen ist durch den aktiven Vulkanismus geprägt und das dortige Gebiet ist im Vergleich zu seinem nördlichen Pendant sehr jung. Zwar weisen auch die Krater auf der nördlichen Hemisphäre Anzeichen für geologische Aktivitäten im Inneren des Mondes auf – Spalten und Risse – aber nicht annähernd so ausgeprägt.

Während der größten Annäherung sammelten und verarbeiteten die Instrumente an Bord der Raumsonde intensiv Daten. Aus bisher ungeklärten Gründen versagte jedoch die Software des Analysegeräts für kosmischen Staub, welches im Saturnsystem Staubpartikel untersucht. Das Gerät des Kernphysikalischen Instituts in Heidelberg funktionierte sowohl vorher als auch nachher wieder zuverlässig. Grund für die vorübergehende Störung ist möglicherweise ein Programm, mit dem eigentlich die Messgenauigkeit des Instruments verbessert werden sollte.

Cassini wird Enceladus dieses Jahr noch dreimal besuchen und den Mond dabei vielleicht in noch geringerer Distanz überfliegen. Nachdem beim jüngsten Vorbeiflug hauptsächlich die Fontänen der 2005 entdeckten Vulkane im Fokus standen, wird sich das kommende Flyby-Manöver im August 2008 auf die Quelle der hochgeschleuderten Eispartikel konzentrieren. Cassini wird ihre vierjährige Hauptmission in drei Monaten beenden. Da sich die Sonde in einem guten Zustand befindet, scheint eine Verlängerung der Mission um mindestens zwei Jahre aber wahrscheinlich. So könnte Enceladus noch weitere sieben Male angeflogen werden.

MS

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