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Krebs: Chemotherapie kann Hirnstrukturen verändern

Bestimmte Hirnregionen können in Folge einer Chemotherapie vorübergehend schrumpfen. Das beobachteten japanische Wissenschaftler um Masatoshi Inagaki bei Brustkrebs-Patientinnen, die nach der Operation chemotherapeutisch behandelt wurden.

Ein Jahr nach der Behandlung entdeckten die Forscher Volumenunterschiede sowohl in der weißen als auch in der grauen Substanz, drei Jahre später waren diese jedoch nicht mehr nachzuweisen. Die Forscher schreiben, mit großer Wahrscheinlichkeit habe die Chemotherapie und nicht die Krebserkrankung an sich die betroffenen Gebiete zeitweilig kleiner werden lassen. Denn die Gehirne von Patientinnen ohne die unterstützende Therapie waren strukturell nicht verändert – ebenso wie die von gesunden Kontrollpersonen.

Mit Hilfe von Magnetresonanztomografie zeigten die Wissenschaftler, dass Hirnwindungen wie der mittlere Frontalgyrus und der Gyrus parahippocampalis betroffen waren. Diese Regionen spielen eine Rolle bei Gedächtnisbildung, Analyse- und anderen kognitiven Fähigkeiten.

Schon länger ist bekannt, dass manche Chemotherapie-Patienten nach der Behandlung über kognitive Probleme klagen. Die jetzt entdeckten Veränderungen in der Hirnstruktur könnten nach Ansicht der Forscher die Ursache für diese Nebenwirkung sein. (ahu)

Cancer 10.1002/cncr.22368 (2006)

©spektrumdirekt

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