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Krebserkrankungen: Chemotherapie schädigt Erbgut leukämiekranker Kinder erheblich

Die lebensrettende Chemotherapie bei akuter lymphatischer Leukämie (ALL), der häufigsten Krebserkrankung von Kindern, steigert das Auftreten von Mutationen im Erbgut von Körperzellen auf das 200fache. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie an 45 Kindern, bei denen bis zum Ende ihrer Behandlung das Auftreten genetischer Veränderungen beobachtet wurde.

Die Forscher um Barry Finette von der Universität von Vermont konzentrierten sich auf das Reportergen HPRT in den T-Zellen der kleinen Patienten und errechneten aus den hier auftretenden Mutationen, die im Laufe der Behandlung entstanden, das Gesamtrisiko der Betroffenen. Nach dem Ende der Therapie pendelte sich die Mutationsrate der Kinder wieder auf den Wert gesunder Altersgenossen ein.

Akute lymphatische Leukämie, die bei Kindern gehäuft zwischen dem zweiten und dem fünften Lebensjahr auftritt, endet ohne Behandlung innerhalb weniger Monate tödlich. Mit Hilfe der Chemotherapie lässt sich die Teilung der Krebszellen hemmen, doch werden dabei auch gesunde Zellen in Mitleidenschaft gezogen. Die Erfolgschancen einer Therapie liegen gut, allerdings leiden die Betroffenen auch später noch unter einem fünf- bis zwanzigmal höheren Risiko, andere Krebsformen oder sonstige Erkrankungen zu entwickeln.
02.07.2004

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 02.07.2004

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