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News: China baut 500-Meter-Radioteleskop

Ende Januar 2009 begannen die Arbeiten am "Five-hundred-meter Aperture Spherical Telescope (FAST)" in der südlichen Provinz Guizhou in China. Die Kosten dieses neuen Radioteleskops liegen bei rund 100 Millionen US-Dollar, die Fertigstellung ist für das Jahr 2014 vorgesehen.
Das 500-Meter-Radioteleskop FAST in China | In einer natürlichen Mulde in der Karstlandschaft von Guizhou errichtet China derzeit das "Five-hundred-meter Aperture Spherical Teslecope" (FAST).


Wie beim berühmten 305-Meter-Radioteleskop von Arecibo auf Puerto Rico aus dem Jahr 1963, wird der feststehende Reflektor von FAST in einer natürlichen Mulde in der Karstlandschaft von Guizhou errichtet. Dadurch lassen sich die Trägerstrukturen des Reflektors mit weniger Aufwand errichten. Mit einem Durchmesser von 500 Metern besitzt FAST annähernd die doppelte Antennenfläche von Arecibo.

Der Reflektor besteht aus 4600 Metallpaneelen, die sich motorisch entweder zu einer Kugelfläche oder zu einem Paraboloid zusammenschalten lassen. So kann das Teleskop einen breiteren Himmelsstreifen von 40 Grad um den Zenit abdecken, das Doppelte von Arecibo.

Bei der Konstruktion orientierten sich die Chinesen stark am puertoricanischem Vorbild. Wie bei Arecibo werden der Subreflektor und die eigentlichen Empfangsanlagen an Seilen von Pylonen aus über der Mitte des Hauptreflektors positioniert. Bei Arecibo reichten drei Pylone aus, FAST benötigt sechs.

Zu Anfang wird FAST im Bereich der niedrigfrequenten Radiowellen unterhalb von drei Gigahertz (1 GHz = 1 Gigahertz = 1 000 000 000 Hertz) empfindlich sein, später soll FAST auch Radiowellen bis zu fünf Gigahertz empfangen können. Nach mehreren Modernisierungen kann das 305-Meter-Teleskop von Arecibo Frequenzen von bis zu zehn Gigahertz empfangen.

Nach seiner Fertigstellung im Jahr 2014 wird FAST für Radioastronomen aus aller Welt zugänglich sein, deren Forschungsprogramme eine besonders empfindliche Antenne erfordern. FAST soll unter anderem nach schwach strahlenden, schnell rotierenden Pulsaren Ausschau halten, die mit den bisherigen Instrumenten nicht nachzuweisen sind.

Pulsare sind Überreste massereicher Sterne, die zuvor als Supernovae explodiert sind. Es hanmdelt sich um Neutronensterne, die nur etwa zehn bis zwanzig Kilometer groß sind, aber bis zum 1,4-Fachen der Masse unserer Sonne enthalten. Sie bestehen aus entarteter Materie, einem Brei aus Neutronen.

Viele Neutronensterne rotieren recht schnell und weisen starke Magnetfelder auf. An ihren beiden Magnetpolen befindet sich ein heißer Fleck, von dem elektromagnetische Strahlung vom Radiowellenbereich bis hin zum sichtbaren Licht ausgeht. Durch die rasche Rotation im Bereich von Millisekunden bis hin zu wenigen Sekunden kann, bei geeigneter Ausrichtung der Rotationsachse des Pulsars zur Erde, dieser Fleck immer wieder in Richtung Erde weisen und man registriert einen kurzen Radiopuls oder einen Lichtblitz. Da diese Pulse mit hoher Genauigkeit, vergleichbar der Präzision von guten Atomuhren wiederkehren, gab man diesen Objekten den Namen Pulsar.

Tilmann Althaus

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