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Raumfahrt: China plant Landung auf der Mondrückseite

Die Volksrepublik China plant die erste weiche Landung auf der Mondrückseite. Es soll dabei wieder ein Rover auf den Mond gelangen.
Mondrover Yutu auf der Mondoberfläche am 21. Dezember 2013Laden...

Für das Jahr 2020 plant die Volksrepublik China die Landung ihrer Mondsonde Chang'e-4 auf der Rückseite des Mondes. Dies wäre eine Premiere in der Raumfahrtgeschichte, denn bislang gab es dort noch nie einen gezielten Landeversuch. Chang'e-4 ist die Reservesonde für Chang'e-3, die im Dezember 2013 erfolgreich auf dem Erdtrabanten aufsetzte und den Mondrover Yutu (chinesisch: Jadehase) absetzte. Allerdings war diesem nur eine kurze Zeit als Fahrzeug beschieden, denn nach einer Wegstrecke von 114 Metern erlitt der Antrieb in der Kälte der Mondnacht einen irreparablen Defekt. Chang'e-4 wird deshalb in entscheidenden Punkten technisch verbessert werden.

Yutu fährt über die MondoberflächeLaden...
Yutu fährt über die Mondoberfläche | Die Landesonde Chang'e-3 lichtete den Mondrover am 16. Dezember 2013 ab, nachdem sich das Fahrzeug gerade um seine Hochachse gedreht hatte.

Das Problem bei einer Landung auf der Mondrückseite ist vor allem die Kommunikation mit der Bodenstation, denn von der Mondrückseite ist die Erde niemals sichtbar. Um dennoch Bilder und Daten zu senden, müssen die Chinesen einen Kommunikationssatelliten in Umlauf um den Mond bringen, der die Daten aufzeichnet und danach zur Erde überträgt.

Ein mögliches Ziel für Chang'e-4 könnte das riesige Südpol-Aitken-Becken sein, der mit rund 2500 Kilometer Durchmesser größte Einschlagkrater auf dem Mond. Das Becken ist von jüngeren Einschlägen derart stark überlagert worden, dass seine Struktur vor allem in Karten mit Höheninformationen auffällt. Dort zeigt sich, dass der Boden des Südpol-Aitken-Beckens rund zwölf Kilometer tiefer liegt als der Rest der Mondoberfläche. Daher erwarten die Planetenforscher das Vorkommen von Gesteinen aus dem tieferen Inneren des Mondes, die sonst nirgendwo zugänglich sind. Hier ließen sich wertvolle Informationen über die chemisch-mineralogische Entwicklung des Mondes kurz nach seiner Entstehung vor rund 4,5 Milliarden Jahren gewinnen.

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