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News: Chinesen schießen Satelliten ab

Die Volksrepublik China hat mit einer Rakete einen eigenen Satelliten abgeschossen. Die USA sehen sich bedroht und fürchten um ihre Vorherrschaft im All. Der Vorgang könnte einen neuen Rüstungswettlauf auslösen.
Explosion im Orbit
Amerikanischen Geheimdiensten zufolge wurde bei dem Raketentest am 11. Januar ein veralteter chinesischer Wettersatellit zerstört. Die Chinesen hätten vom Weltraumbahnhof Xichang (Südwestchina) aus eine ballistische Rakete abgeschossen, von der aus wiederum ein Geschoss gestartet sei, dass den Orbiter getroffen hätte. Wie die "Aviation Week" berichtete, wurden die Reste des Fluggeräts schon vor Tagen von unterschiedlichen Beobachtern gesichtet.

China sendet mit dem erfolgreichen Abschuss ein Signal der Stärke. Vergleichbare Missionen hatten bislang nur die USA und die Sowjetunion bewältigt, die in den 1970er und 1980er Jahren Satelliten mit Raketen zerstörten. China zeigt mit seiner Demonstration, dass es imstande ist, US-Spionagesatelliten zu treffen. Diese umkreisen die Erde in geringerem Abstand als der jetzt zerstörte chinesische Orbiter. Die USA setzen bei ihrer militärischen Aufklärung – etwa im Rahmen der Terrorbekämpfung – massiv auf Satelliten.

Nach Angaben der "New York Times" könnte der erfolgreiche Test ein Wettrüsten im All auslösen. Die USA, Japan, Australien und Kanada protestierten gegen den Abschuss. Allerdings sperrt sich die US-Regierung selbst gegen ein internationales Abkommen, das die Weltraumrüstung beschränken soll. Erst im vergangenen Jahr hatte George W. Bush eine Raumfahrtdoktrin formulieren lassen, die stark auf US-nationale Interessen setzt und Rüstungsbeschränkungen im All weitgehend ignoriert.

FS

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