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Mondforschung: Chinesische Raumsonde Chang'e-3 auf dem Weg zum Erdtrabanten

ESA-Bodenstation Kourou

Update 4, 11. 12. 2013: Mit einem Schubmanöver über der Rückseite des Mondes wurde am 10. Dezember 2013 die bislang kreisförmige Umlaufbahn von Chang'e-3 in einen elliptischen Orbit umgewandelt. Das Schubmanöver erfolgte um 14:20 Uhr MEZ, die Funksignale von der erfolgreichen Bahnveränderung erreichten die Erde um 16:24 Uhr. Der mondnächste Punkt liegt nun bei 15 Kilometer Höhe, der mondfernste bei 100 Kilometer. Derzeit wird von einem Landeversuch am 14. oder nach anderen Quellen am 15. Dezember ausgegangen, die Landezeit liegt zwischen 16:22 und 16:35 Uhr MEZ. Wir werden Sie an dieser Stelle weiter auf dem Laufenden halten.

Update 3, 9. 12. 2013: Die Landung der chinesischen Mondsonde Chang'e-3 ist derzeit für den 14. Dezember 2013 für den Zeitraum von 16:22 bis 16:35 Uhr vorgesehen (alle Zeiten in MEZ). Am gleichen Tag wird der Lander noch den kleinen Rover Yutu aussetzen, dies soll zwischen 21:38 und 23:21 Uhr geschehen. An darauffolgenden Tag zwischen 8:21 und 16:38 Uhr ist vorgesehen, dass sich die beiden Raumsonden während einer Datenübertragung zur Erde gegenseitig auf der Mondoberfläche fotografieren. Wir werden Sie an dieser Stelle weiter auf dem Laufenden halten.

Update 2, 6. 12. 2013: Mit einem rund sechsminütigen Schubmanöver trat am 6. Dezember 2013 um 10:53 Uhr MEZ die chinesische Mondsonde Chang'e-3 in eine kreisförmige Umlaufbahn um den Erdtrabanten ein. Derzeit wird von einer Landung am 14. Dezember 2013 ausgegangen, wir werden Sie an dieser Stelle weiterhin auf dem Laufenden halten.

Update, 3. 12. 2013: Die chinesische Mondsonde Chang'e-3 ist weiterhin auf Kurs, am Abend des 2. Dezember 2013 um 22:50 Uhr MEZ führte die Sonde eine Bahnkorrektur durch. Nach einer totalen Flugzeit von 112 Stunden soll sie am 6. Dezember in Mondnähe ankommen. Dort wird sie gegen 10:30 Uhr MEZ durch Zündung des Haupttriebwerks in eine kreisförmige Umlaufbahn von zunächst 100 Kilometer Höhe einschwenken. Auf dieser Bahn soll Chang'e-3 für rund vier Tage verweilen. Danach wird durch Zündung des Bordantriebs der mondnächste Punkt der Bahn auf 15 Kilometer Höhe abgesenkt, auf dieser elliptischen Bahn bleibt die Sonde ebenfalls für rund vier Tage. Derzeit geht die Europäische Raumfahrtbehörde ESA von einer weichen Landung auf dem Mond am Samstag, den 14. Dezember, zwischen 9 und 13 Uhr MEZ aus.

Sinus Iridum, der Landeplatz von Chang'e-3 | Am Nordrand des Mare Imbrium, dem Regenmeer, erstreckt sich die Regenbogenbucht, Sinus Iridum. In diesem Gebiet soll die chinesische Raumsonde Chang'e-3 am 14. Dezember 2013 weich landen.

Die chinesische Mondsonde Chang'e-3 startete am 1. Dezember 2013 um 18:30 Uhr MEZ vom Weltraumbahnhof Xichang und befindet sich nun auf der Transferbahn zum Mond. Bei ihrer Ankunft am 6. Dezember 2013 soll sie zunächst in eine Umlaufbahn um den Erdtrabanten eintreten. Für den 14. Dezember ist eine weiche Landung im Gebiet des Sinus Iridum, der Regenbogenbucht am Nordrand des riesigen Mare Imbrium, auf der Mondvorderseite geplant. Sollte das Aufsetzen gelingen, so wäre China nach Russland und den USA die dritte Nation, die eine Raumsonde auf der Oberfläche des Mondes weich landen konnte. An Bord der Landesonde befindet sich der ferngesteuerte Rover Yutu (chinesisch: Jadehase), der nach dem ständigen Begleiter der Mondprinzessin Chang'e benannt wurde. Er soll für rund drei Monate auf der Mondoberfläche umherfahren und Bilder und Messdaten zur Erde funken. Auch die Landesonde selbst ist mit wissenschaftlichen Instrumenten ausgestattet, unter anderem mit einem Teleskop zur Durchmusterung des Himmels im Ultravioletten.

Der Jadehase | Chinas Mondrover bekommt auf alle Fälle schon eine Anerkennung für den nettesten Namen: Jadehase, chinesisch: Yutu. Das Gefährt nimmt die Mondoberfläche genauer in Augenschein und knipst neue Bilder.

Die letzte (unbemannte) Mondlandung liegt schon lange zurück, es war die sowjetische Sonde Luna 24 am 18. August 1976. Sie befördete vollautomatisch 170 Gramm Mondgestein aus dem Mare Crisium zurück zur Erde. So ambitioniert ist Chang'e-3 noch nicht, aber die chinesische Raumfahrtbehörde CNSA möchte mittelfristig ebenfalls Gesteinsproben vom Mond zur Erde schaffen.

Die Europäische Raumfahrtbehörde ESA unterstützt ihr chinesisches Gegenstück bei der Bahnverfolgung und Datenübertragung, da China über kein weltumspannendes Netz aus Bodenstationen verfügt. Dabei kommen die Empfangsanlagen von Kourou in Französisch-Guayana zum Einsatz. Sie werden Chang'e-3 auf ihrem Flug zum Mond, dem Eintritt in eine Umlaufbahn und bis zu Landung am 14. Dezember verfolgen. Nachdem Chang'e-3 hoffentlich weich auf dem Mond aufgesetzt hat, nutzt die ESA ihre beiden 35-Meter-Antennen in Cebreros, Spanien, und New Norcia, Australien, um die exakte Position der Sonde auf der Mondoberfläche zu ermitteln. Man darf gespannt sein, wann die chinesische Raumfahrtbehörde die ersten Bilder von Chang'e-3 der Weltöffentlichkeit präsentiert.

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  • Quellen
ESA, 30. November 2013

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