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Raumfahrt: Chinesische Sonde erreicht Asteroiden Kamo'oalewa

Nach gut einem Jahr Flug hat die Sonde Tianwen 2 ihr Ziel, den kleinen erdnahen Asteroiden Kamo'oalewa erreicht. Nun sollen Proben entnommen und zur Erde transportiert werden.
In diesem aus mehreren Bildern zusammengesetzten Bild ist der Asteroidenmond Dimorphos kurz vor dem Aufprall der DART-Sonde zu sehen. Der Asteroid ähnelt einem eierförmigen, losen Schutthaufen aus kleinen Steinen und Geröll. Die Aufnahme ist in Schwarz-Weiß.
Erste Bilder der chinesischen Raumsonde Tianwen 2 vom Asteroiden Kamo’oalewa zirkulieren in den sozialen Medien, sie zeigen einen zerklüfteten Felsbrocken. Diese Aufnahme stammt vom größeren Asteroiden Dimorphos.

Die chinesische Raumsonde Tianwen 2 hat nach rund 400 Tagen Flug den erdnahen Asteroiden Kamo’oalewa erreicht. Die Sonde habe sich dem Himmelskörper erfolgreich bis auf 20 Kilometer genähert und mit der wissenschaftlichen Erkundung begonnen, teilte die chinesische Raumfahrtbehörde CNSA mit. Rund eine Milliarde Kilometer habe die Sonde seit ihrem Start zurückgelegt. 

Bereits im Juni hatte die Sonde den Asteroiden demnach erstmals erfasst. Am 7. Juni führte sie dann in rund 30 000 Kilometern Entfernung ein Kontrollmanöver aus und näherte sich seitdem schrittweise weiter an. Erste Bilder in den sozialen Medien enthüllen einen zerklüfteten Felsbrocken.

Kamoʻoalewa ist ein sogenannter Quasi-Mond der Erde: Der nur einige Dutzend Meter große Brocken umkreist die Sonne nahezu im Gleichtakt mit der Erde. Einige Forscher vermuten, dass es sich um ein Bruchstück des Mondes handeln könnte, das bei einem Einschlag ins All geschleudert wurde. Mehr Klarheit sollen erst Laboranalysen der Proben bringen, unter anderem über Isotopenverhältnisse.

Proben sollen zur Erde gebracht werden

Tianwen 2 wurde Ende Mai 2025 vom Weltraumbahnhof Xichang gestartet. Die Sonde soll den Asteroiden nun aus der Nähe kartieren und eine kleine Menge Material einsammeln. Dafür stehen verschiedene Verfahren zur Auswahl, darunter ein kurzes Aufsetzen nach dem Vorbild japanischer und US-amerikanischer Missionen sowie eine bislang nie erprobte Verankerung auf der Oberfläche. Die Rückkehrkapsel mit den Proben soll Ende 2027 auf der Erde landen. China wäre damit nach Japan und den USA das dritte Land, das Material von einem Asteroiden zur Erde bringt.

Die Hauptsonde soll anschließend zum Kometen 311P im Asteroidengürtel weiterfliegen. Die Gesamtmission ist auf rund zehn Jahre angelegt. Für Peking ist das Programm Teil einer immer ehrgeizigeren Agenda in der Tiefraumforschung. Im Jahr 2021 brachte China mit Tianwen 1 einen Rover auf den Mars, und 2028 ist mit Tianwen 3 eine Mission zur Rückholung von Gesteinsproben vom Roten Planeten geplant.

  • Quellen

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2666675825003868?__cf_chl_f_tk=d26nAL9NAsvc4U.IkNwbzWdarblkJPV3nqdjeXniwQo-1 783 311 353–1.0.1.1-b6IzPE8vju0sFmIVOnD6kAWLz57AhMqQ9jhCpemX.7Y

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