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Infektionskrankheiten: Cholera-Ausbrüche durch saisonale Phagendichte beeinflusst

Cholerabakterium befallende Vibriophagen
Ein Forscherteam des International Center for Diarrhoeal Disease Research in Bangladesch hat ökologische Hintergründe für die Saisonalität von Cholera-Ausbrüchen näher beleuchtet. Ihnen zufolge geht die Anzahl der Erkrankungsfälle einher mit der saisonal schwankenden Konzentration von Cholerabakterien infizierenden Bakteriophagen in den Gewässern von gefährdeten Regionen.

Durch starke Regenfälle während des Monsuns werde die Wahrscheinlichkeit im Wasser gesenkt, mit der die Bakteriophagen in Cholerabakterien eindringen und diese zerstören können. Mit höheren Wasserständen und fallender Phagendichte steige daher stets die Menge an Cholerabakterien sowie nachfolgend die Zahl gemeldeter Choleraerkrankungen, berichten die Forscher nach dreijährigen Beobachtungen. Die Dichte an Cholera-Bakteriophagen zu messen könnte demnach ein wichtiger Gradmesser für zu erwartende Epidemien sein, so die Wissenschaftler

Die Cholera ist eine bakterielle Durchfallerkrankung, die unbehandelt in mehr als der Hälfte der Fälle tödlich enden kann. Übertragen werden die Keime in erster Linie durch mit Fäkalien kontaminiertes Trinkwasser. Derzeit werden Choleraerkrankungen besonders in den Tsunami geschädigten Regionen um den indischen Ozean befürchtet. Grund dafür ist nicht primär die hohe Zahl noch unbestatteter Opfer, sondern die insgesamt mangelhafte hygienische Situation im Katastrophengebiet.

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