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Krebserkrankungen: Chromosomenschnipsel verrät Krebsrisiko der Prostata

Ein kleiner Abschnitt auf dem Chromosom 8 verrät das Risiko eines Mannes an Prostatakrebs zu erkranken. Auf einem Schnipsel im Bereich der Junk-DNA dieses Chromosoms lokalisierten Forscher sieben verschiedene genetische Veränderungen, die in Zusammenhang mit der Krebsform auftreten. Die Wissenschaftler führten dazu eine systematische Untersuchung von Veränderungen in dieser Region auf dem Genom von 7500 Amerikanern mit afrikanischen, japanischen, hawaiianischen, europäischen oder spanischen Vorfahren durch. Zuvor war aufgefallen, dass afro-amerikanische Männer häufiger an Prostatakrebs erkranken als der Durchschnitt.

Dabei stellten die Forscher fest, dass alle sieben Genvarianten zusammen mit dieser Krebserkrankung der Vorsteherdrüse in Zusammenhang zu bringen sind. Allerdings hängt ihr Potenzial von ihrer Kombination ab. So gebe es bestimmte Zusammenstellungen mit geringem Risikofaktor, aber auch solche, die gleich auf ein fünffaches Prostatakrebs-Risiko hinweisen, schreiben David Reich von der Harvard Medical School und seine Kollegen [1].

Mit ihrer Arbeit bestätigen Reich und Co die Ergebnisse von zwei Studien, die schon zuvor das Chromosom acht verdächtigt hatten. Unabhängig davon haben zudem Forscher um Kari Stefansson von der Bio-Pharma-Firma deCODE Genetics in Island sowie ein Team um Stephen Chanock vom National Cancer Institute der USA die wichtige Rolle dieses Chromosoms für die Prognose von Prostatakrebs dokumentiert [2, 3]. Mit der Entdeckung und Lokalisierung der sieben genetischen Varianten sei man jetzt einen Schritt weiter und verfüge über neue Möglichkeiten für die Prävention. (bf)

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