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News: Columbus: Weltraumausstieg auf Montag, den 11. Februar, verschoben

Der für Sonntag geplante Außenbordeinsatz von Hans Schlegel und Rex Walheim wurde um 24 Stunden verschoben und als Ersatz für Schlegel springt der US-Astronaut Stanley Love ein. Der Ausstieg ist für heute, den 11. Februar, um 15:35 Uhr MEZ geplant.
Mit hoher Wahrscheinlichkeit leidet der Astronaut Hans Schlegel an der Raumkrankheit, einer durch die Schwerelosigkeit verursachten Störung des Gleichgewichtsorgans im Innenohr. Sie äußert sich in starken Schwindelgefühlen, Übelkeit bis hin zum Erbrechen und ähnelt damit in ihrer Symptomatik der Seekrankheit. Genaueres über den Gesundheitszustand von Hans Schlegel ist nicht zu erfahren, da hier das Recht auf Privatsphäre greift und medizinische Informationen der ärztlichen Schweigepflicht unterliegen.

Ein Weltraumausstieg eines raumkranken Astronauten ist verboten, da er bei seiner gefährlichen Arbeit im freien Weltraum topfit sein muss und nicht durch körperliche Probleme abgelenkt werden darf. Schon bei der kleinsten Unaufmerksamkeit könnte der Raumanzug beschädigt werden und vielleicht ein Leck bekommen, durch das die Luft entweicht. Besonders gefürchtet ist das Erbrechen im Raumanzug, hier könnte der Astronaut sogar qualvoll ersticken, denn eine Absaugvorrichtung für diesen Fall existiert nicht und Helm aufmachen geht im Vakuum schon gar nicht.

Früher: Öffentliche medizinische Bulletins Nicht immer unterlag der medizinische Zustand von Astronauten der Schweigepflicht: Zur Zeit der frühen US-amerikanischen Weltraumflüge der Programme Mercury, Gemini, Apollo und Skylab waren auch die medizinischen Daten der Raumfahrer in praktisch allen Details öffentlich. Die Astronauten galten seinerzeit als eine Art "Versuchskaninchen", sodass selbst Angaben über Blutdruck, Pulsfrequenz und Schlafdauer öffentlich verbreitet wurden.

Dies änderte sich Anfang der 1980er Jahre, als die Space-Shuttle-Flüge begannen. Damals bestanden vor allem die Berufsastronauten wie Piloten, Kommandanten und Missionsspezialisten auf ihrem Recht auf Privatsphäre und setzten schließlich durch, das persönliche medizinische Daten nur noch nach ausdrücklicher Einwilligung des Betreffenden in die Öffentlichkeit gelangen durften. Nur im Falle einer lebensbedrohlichen oder die Mission gefährdenden Situation dürfen ohne Rücksprache mehr Details veröffentlicht werden.

Bei den offiziellen Verlautbarungen von DLR und ESA zum Gesundheitszustand von Hans Schlegel wird daher immer wieder hervorgehoben, dass der Astronaut gesund und nur momentan indisponiert ist. Er soll nun am Mittwoch, den 13. Februar zu seinem ersten Weltraumausstieg kommen.

Für diese Mission haben vier Missionsspezialisten alle notwendigen Handgriffe geübt, sodass einer den anderen gleichwertig ersetzen kann. Beim ersten Ausstieg übernimmt nun der US-Astronaut Stanley Love den Part von Hans Schlegel und bereitet zusammen mit seinem US-Kollegen Rex Walheim die Vorbereitung des Forschungsmoduls Columbus zum festen Ankoppeln an die Internationale Raumstation ISS. Der rund sechsstündige Weltraumausstieg soll gegen 15:35 Uhr MEZ beginnen.

TA

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