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News: Computer liest Wünsche von den Augen ab

Grafische Nutzeroberflächen - Fenstertechnik, Ikonen, Mauszeiger - haben im Vergleich zu den früheren, rein textorientierten Ein- und Ausgabetechniken die Handhabung von Programmen und Dateien auf dem Computer wesentlich vereinfacht. Doch die zweidimensionale Darstellung stößt an Grenzen, wenn gleichzeitig mehrere Anwendungen laufen und der Bildschirm unübersichtlich wird, weil sich die Arbeitsfenster (Windows) gegenseitig verdecken.
Mit dem Multimediasystem BLICK – entwickelt vom Heinrich-Hertz-Institut für Nachrichtentechnik (HHI) in Berlin – wird gezeigt, wie sich Ordnung auf dem virtuellen Schreibtisch herstellen läßt: Der Schritt in die dritte Dimension bei der Bilddarstellung erlaubt es, Dokumente, Videobilder, Anwenderprogramme, Datenbanken und vernetzte Rechner sinnfälliger und überschaubarer zu strukturieren. Die Schlüsselelemente von BLICK sind ein brillenloses 3D-Display, eine 3D-Anwenderschnittstelle, eine Kamera zur Messung der Kopfposition (Head-Tracker) und ein System zur Messung der Blickrichtung des Betrachters (Eye-Tracker).

Das 3D-Display ermöglicht die Darstellung von Bildern, die entweder direkt vom visuellen Betriebssystem erzeugt werden (3D-Nutzeroberfläche) oder z.B. für Videokonferenzen von einer Stereokamera geliefert werden. Mit dem Head-Tracker kann der Anwender verdeckte Objekte durch natürliche Kopfbewegungen freilegen, und dank des Eye-Trackers, der die Blickrichtung auswertet, erscheint das momentan fixierte Objekt in der vollen Bildschärfe im Vordergrund – die nicht fixierten (unwichtigeren) Objekte werden durch unscharfe Wiedergabe aus der Wahrnehmung ausgeblendet.

Die Blickbewegungen des Anwenders werden von einem Interface Agenten ausgewertet und im Kontext einer Applikation interpretiert. So werden zum Beispiel Programme aufgerufen, Verbindungen zwischen Datenobjekten angezeigt oder Dokumente aus dem Internet geladen, ohne daß dazu Befehle über Maus oder Tastatur eingegeben werden müssen. Wenn das System schnell und präzise antwortet, vergißt der Nutzer die Tatsache, daß der Computer ihn "beobachtet" – er gewinnt das Gefühl, mit einem intelligenten System zu kommunizieren, das seine Absichten umsetzt, noch bevor er sie geäußert hat.

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