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COP26: Was passiert auf der Klimakonferenz?

Die Welt trifft sich in Glasgow, um weit reichende Maßnahmen zum Klimaschutz zu beschließen. Was ist erhofft? Was geschieht wann? Zur COP26 gibt es hier wesentliche Fragen und Antworten.
Auf der 26. UN-Klimakonferenz muss die Welt weitreichende Maßnahmen zum Klimaschutz beschließen (Symbolbild).

Das Ziel ist klar: die Erderwärmung verlangsamen. Doch wie? Um Maßnahmen für den Klimaschutz zu beschließen, trifft die Welt sich in Glasgow. Am Sonntagmorgen, 31. Oktober 2021, hat die UN-Klimakonferenz COP26 begonnen.

Wer ist vor Ort? Was wird besprochen? Und welche Beschlüsse sind erhofft? Zum Start der Konferenz finden Sie hier wesentliche Fragen und Antworten:

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Wie steht es um das Weltklima?

Seit der vorindustriellen Zeit hat sich die Welt im Durchschnitt bereits um ein Grad Celsius erwärmt, da immer mehr Treibhausgase in die Atmosphäre gelangen und komplexe Gefüge der Erde beeinflussen. Die Folgen sind spürbar. Wetterereignisse wie Hitze oder Starkregen, die immense Schäden verursachen, häufen sich mit steigenden Temperaturen überproportional an, wie der aktuelle Bericht des Weltklimarats IPCC aufgezeigt hat. Demnach wären vor allem Hitzeereignisse der jüngsten Vergangenheit ohne menschlichen Einfluss äußerst unwahrscheinlich gewesen: Sie hätten sich in einer Welt ohne anthropogenen Klimawandel mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht ereignet, heißt es in dem Report.

Das Gute: Das Problem ist längst nicht mehr nur bekannt, erste Staaten haben auch Gegenmaßnahmen ergriffen. In den vergangenen zehn Jahren war es Ländern weltweit möglich, die Kurve der künftigen Emissionen nach unten zu biegen.

Das Bedenkliche: Bevor es besser werden kann, wird es schlimmer. Der Weltklimarat hält mehr Naturkatastrophen für unvermeidbar. Aus dem IPCC-Bericht geht hervor, dass einige Veränderungen, die von den Treibhausgasen verursacht werden, schon jetzt irreversibel sind. Der Meeresspiegel werde weiter ansteigen, die Ozeane noch stärker versauern, die arktischen Eisschilde weiter abschmelzen – und das über Jahrhunderte bis Jahrtausende. Die Zeit zu handeln ist jetzt.

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Wer ist in Glasgow?

COP steht für »Conference of the Parties«. Die Vertragsparteien umfassen 197 Nationen, die auf einer Tagung im Jahr 1992 dem Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen (UN) über Klimaänderungen zugestimmt haben. 1995 fand in Berlin das erste Treffen statt, dieses Jahr ist es das 26. Mal – daher COP26. Ausgerichtet wird COP26 vom Vereinigten Königreich in Partnerschaft mit Italien. Die Konferenz findet bis zum 12. November 2021 auf dem Scottish Event Campus (SEC) statt. Rund 20 000 Staatsoberhäupter, Diplomaten und Aktivisten werden erwartet.

Samstag, der 6. November 2021, wurde zum »Globalen Tag für Klimagerechtigkeit« erklärt, und Interessengruppen erwarten etwa 100 000 Demonstranten, wie die »New York Times« vorab berichtet hat.

Vom 31. Oktober bis zum 12. November 2021 findet in Glasgow das 26. Treffen der Mitgliedsstaaten der Klimarahmenkonvention von Rio (Conference of the Parties, COP) statt. Verfolgen Sie unsere aktuelle Berichterstattung im Liveblog und lesen Sie mehr rund um Klimawandel und Klimaschutz auf unserer Themenseite.

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Was wird auf der Klimakonferenz besprochen?

Die Konferenz in Glasgow gilt als »letzte Chance«, die Klimaziele von Paris zu erreichen. Dafür müssen dort vier große Probleme gelöst werden, wie Sie hier ausführlich lesen können.

Die wesentlichen Fragen lauten: Wie lässt sich das 2015 im Pariser Klimaabkommen formulierte Ziel erreichen, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen? Wie kann sich die Menschheit an den wandelnden Planeten anpassen, um Gemeinschaften und Umwelt zu schützen? Und wie sind all die dafür notwendigen Maßnahmen zu finanzieren?

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Wie läuft COP26 ab?

Der britische Premierminister Boris Johnson hat die Staats- und Regierungschefs eingeladen, am 1. und 2. November 2021 am »World Leaders Summit« teilzunehmen. Sie sollen an diesen Tagen ihre Ziele und Maßnahmen zur Erreichung des globalen Netto-Null-Grad-Ziels und Beibehaltung des 1,5-Grad-Ziels vorlegen.

Die folgenden Tage bis einschließlich 11. November 2021 stehen dann je unter einem Motto: Finanzen, Energie, Empowerment von Jugend und Öffentlichkeit, Umwelt, Anpassung, Verlust und Beschädigung, Gender sowie Wissenschaft und Innovation, Transport und letztlich Städte, Regionen und bebaute Umwelt. Am 12. November beginnen dann die Abschlussverhandlungen.

Was genau geplant ist, lässt sich dem offiziellen Programm (PDF) entnehmen. Alle großen Veranstaltungen – »Presidency Programme« genannt – werden dabei auf der UN-Climate-Change-Website übertragen. Sie können diese Events auf der Seite live oder auf Abruf mitverfolgen. Die Redaktion von »Spektrum.de« wiederum wird über alle wesentlichen Ereignisse in einem Liveblog berichten und diese einordnen.

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Welche Beschlüsse sind erhofft?

Angedacht sind detaillierte Regeln, um das Pariser Abkommen endlich umfassend umzusetzen. Um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen, müssten die Länder sich unter anderem verpflichten, den Ausstieg aus der Kohle massiv zu beschleunigen, die Abholzung der Wälder einzudämmen sowie Investitionen in erneuerbare Energien vehement zu fördern. Auch gilt es, Verteidigungsanlagen, Warnsysteme und widerstandsfähige Infrastruktur zu bauen sowie die Landwirtschaft anzupassen.

»Um unsere ersten beiden Ziele zu erreichen«, heißt es seitens der Veranstalter, »müssen die Industrieländer ihr Versprechen einlösen, bis 2020 jährlich mindestens 100 Milliarden US-Dollar an Klimafinanzierung zu mobilisieren«. Umgerechnet rund 86 Milliarden Euro. Die internationalen Finanzinstitutionen müssten demnach ihren Teil dazu beitragen, »und wir müssen darauf hinarbeiten, die Milliarden an Finanzmitteln aus dem privaten und öffentlichen Sektor freizusetzen, die erforderlich sind, um ein globales Netto-Null-Ziel zu erreichen«.

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Und was ist zu erwarten?

Das ist die große Frage, nicht wahr? Es gibt kein einheitliches offizielles Ziel für das Ergebnis von Glasgow, kein Abkommen wie damals in Paris. Fest steht, dass die Industrieländer mit den weniger wohlhabenden Ländern intensiv darüber diskutieren werden, wer künftig wie viele Emissionen ausstoßen darf und wer wie viel für die Klimaschutzmaßnahmen bezahlen wird.

Diese Verhandlungen werden unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, während die Delegierten versuchen, sich auf ein Regelwerk (»Paris Rulebook«) zu einigen, das wichtige Richtlinien für den Kohlenstoffhandel, Transparenz über die Emissionssenkungen der Länder und gemeinsame Zeitrahmen für künftige national festgelegte Beiträge enthält, NDCs genannt.

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