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Corona-Impfungen: Impfquote in Deutschland womöglich höher

Umfragen des RKI zeigen, dass deutlich mehr Menschen in Deutschland gegen Covid-19 geimpft sein könnten, als in der Meldestatistik erfasst wurden. Bis zu zwölf Prozentpunkte mehr.
Frau bekommt von Fachperson eine Impfung.

Das Robert Koch-Institut (RKI) geht von bereits mehr Corona-Geimpften aus, als in der offiziellen Meldestatistik erfasst sind. So könnten unter den Erwachsenen bis zu 84 Prozent mindestens einmal und bis zu 80 Prozent vollständig geimpft sind, heißt es in einem aktuellen Bericht des RKI. Die Schätzung beruht auf Meldedaten und den telefonischen Bürgerbefragungen, die von Ende Juli bis Mitte August durchgeführt wurden. Die im Digitalen Impfquoten-Monitoring (DIM) des RKI erfassten Impfquoten lagen im gleichen Zeitraum hingegen zirka zehn bis zwölf Prozentpunkte niedriger.

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Das RKI erläutert in dem Bericht, über den zunächst die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichteten, es liege nahe, »dass die im Digitalen Impfquoten-Monitoring berichtete Impfquote als Mindest-Impfquote zu verstehen ist und eine Unterschätzung von bis zu fünf Prozentpunkten für den Anteil mindestens einmal Geimpfter beziehungsweise vollständig Geimpfter angenommen werden kann«. Zur Anschauung: Fünf Prozentpunkte in der Erwachsenenbevölkerung entsprechen grob überschlagen 3,5 Millionen Menschen.

Offenbar haben in den vom RKI durchgeführten Befragungen deutlich mehr Menschen angeben, bereits geimpft zu sein, als in der Statistik vermerkt sind. Laut dem RKI sind in den Befragungen vermutlich weniger impfbereite Menschen unterrepräsentiert. Zudem gibt die Bundesbehörde an, dass Menschen mit schlechten Deutschkenntnissen nicht an der Befragung teilnehmen können. »Es besteht die Vermutung, dass Sprachbarrieren auch zu einer geringeren Inanspruchnahme der Covid-19-Impfung führen.« Zudem sei es möglich, dass bisher nur etwa die Hälfte der beim Meldesystem registrierten Betriebsärzte Impfungen über die Webanwendung meldeten.

Bereits im August hatte das RKI von ähnlichen Diskrepanzen zwischen den gemeldeten und den per Umfragen eingeholten Impfquoten-Daten berichtet. (kas/dpa)

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