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Symptomlose Übertragung: Covid-19 ist vor Krankheitsbeginn besonders ansteckend

Wer das Virus Sars-CoV-2 in sich trägt, ist bereits zwei Tage vor den ersten Krankheitszeichen ansteckend. Am stärksten wohl kurz vor Beginn der Symptome.
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Bereits früh während der Coronavirus-Pandemie zeichnete sich ab, dass symptomlose Infizierte eine wichtige Rolle für die Verbreitung des Erregers spielen. Wie groß dieses Problem vermutlich ist, zeigt nun eine Analyse eines Teams um Xi He von der Guangzhou Medical University und Eric Lau von der University of Hong Kong.

Die Arbeitsgruppe analysierte in ihrer Studie in »Nature Medicine« die Virenbelastung von 94 Patientinnen und Patienten sowie die Übertragungsdynamik bei 77 Ansteckungen. Mit Hilfe eines Computermodells berechnete sie anhand der Resultate, dass die Infizierten vermutlich im Durchschnitt 2,3 Tage vor den ersten Symptomen ansteckend waren. Bei den untersuchten Ansteckungen lag der Höhepunkt der Infektionsfähigkeit 0,7 Tage vor Symptombeginn, obwohl die Viruslast am höchsten war, wenn sich die Anzeichen der Krankheit zu zeigen begannen.

Wie tödlich ist das Coronavirus? Was ist über die Fälle in Deutschland bekannt? Wie kann ich mich vor Sars-CoV-2 schützen? Diese Fragen und mehr beantworten wir in unserer FAQ. Mehr zum Thema lesen Sie auf unserer Schwerpunktseite »Ein neues Coronavirus verändert die Welt«. Die weltweite Berichterstattung von »Scientific American«, »Spektrum der Wissenschaft« und anderen internationalen Ausgaben haben wir zudem auf einer Seite zusammengefasst.

Das Ansteckungspotenzial milder und symptomloser Fälle ist der Grund für den dramatisch anderen Verlauf der aktuellen Pandemie im Vergleich zum Sars-Ausbruch im Jahr 2003. Dass Menschen ohne jegliche Krankheitszeichen bereits das Virus übertragen können, macht es sehr schwer, die Seuche mit Maßnahmen wie Kontaktverfolgung und Quarantäne einzugrenzen. Wie das Team um He und Lau berichtet, fand etwa die Hälfte der untersuchten Übertragungen bereits vor den ersten Symptomen statt – das passt zu epidemiologischen Analysen, laut denen Infizierte ohne Symptome für einen erheblichen Teil der Ansteckungen verantwortlich sind. Auch dass das Virus bereits etwa zwei Tage vor Beginn der Krankheit ausgeschieden wird, hatten Fachleute schon vermutet. Allerdings basiere der Zeitpunkt der ersten Symptome auf nachträglichen Erinnerungen, so dass Zeitraum und Anzahl der symptomlosen Übertragungen zu hoch seien, schreibt die Arbeitsgruppe.

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