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Sars-CoV-2: Covid-Maßnahmen schützen bedrohte Berggorillas

Berggorillas gehören zu den Gewinnern der Pandemie: Sie stecken sich nun seltener bei Menschen mit Atemwegsinfekten an. Forscher fordern deshalb, beim Umgang mit den Tieren auch künftig auf Masken und mehr Abstand zu setzen.
Berggorilla in Uganda

Berggorillas (Gorilla beringei beringei) zählen zu den stark bedrohten Arten. Nur rund 1000 Individuen leben derzeit noch in zwei kleinen Gebieten im Osten Afrikas. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich ihre Population zum Glück etwas erholt – und auch die Corona-Pandemie hat offenbar einen Beitrag zum Schutz der Tiere geleistet. Durch geschlossene Nationalparks und verstärkte Hygienemaßnahmen haben sich die Tiere in den vergangenen zwei Jahren seltener mit Atemwegserkrankungen angesteckt. In einem Brief im Fachmagazin »Nature« fordern deshalb ein Wissenschaftler und eine Wissenschaftlerin: Die Schutzmaßnahmen sollten unbedingt aufrechterhalten werden.

So habe es im Vulkan-Nationalpark im Nordwesten Ruandas seit März 2020 im Schnitt nur 1,6 Ausbrüche von Atemwegsinfektionen pro Jahr bei den dort lebenden Berggorilla-Familien gegeben – im Vergleich zu 5,4 Ausbrüchen pro Jahr zwischen Januar 2015 und Februar 2020. Das verminderte Infektionsgeschehen korreliere mit einem Rückgang an Besuchern, die seit Beginn der Pandemie den Park aufsuchten, schreiben Kirsten Gilardi von der University of California in Davis und Prosper Uwingeli vom Vulkan-Nationalpark. Zudem würden die Menschen seitdem Masken tragen und einen größeren Sicherheitsabstand zu den Tieren einhalten.

Die Autoren raten deshalb dringend, die strengen Schutzmaßnahmen auch langfristig beizubehalten – gerade im Angesicht der Omikronwelle, durch die sich derzeit noch mehr Menschen mit dem Virus infizieren. Zwar sei bislang kein Covid-19-Fall bei Berggorillas bekannt, dass Gorillas sich grundsätzlich bei Menschen anstecken können, zeigen aber Erfahrungen mit Tieren in Gefangenschaft.

Andere sehen das ähnlich. »Masken zu tragen, sollte zur Norm werden, wenn man als Tourist Kontakt mit Menschenaffen hat. Ebenso wie das Einhalten eines gewissen Abstands und der Tatsache, dass man die Tiere nur gesund besuchen sollte«, zitiert das Online-Magazin »Mongabay« etwa Gladys Kalema-Zikusoka, Gründerin der gemeinnützigen Organisation Conservation Through Public Health aus Uganda. Nicht nur Covid-19 sei gefährlich für Berggorillas. Die Schutzmaßnahmen sollten deshalb auch nach der Pandemie in Kraft bleiben. Atemwegserkrankungen zählen nach Verletzungen durch Kämpfe tatsächlich zu den häufigsten Todesursachen bei den Tieren.

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