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»Explosionsartiger Durchfall«: Mehr als tausend Menschen in den USA von Darmparasiten befallen

Bereits aus 31 Staaten wird eine besonders unangenehme und hartnäckige Darmerkrankung gemeldet. Pikant: Die Trump-Regierung hatte den Erreger zuvor aus einem Überwachungsprogramm genommen.
Eine Hand reicht eine Rolle Toilettenpapier durch einen leicht geöffneten Türspalt in einen dunklen Raum. Das Bild zeigt den Moment des Übergebens, wobei das Licht von außen in den Raum fällt. Der Fokus liegt auf der Handlung des Gebens und Empfangens.
Cyclospora verursacht wiederkehrenden Durchfall, der Betroffene tagelang Dutzende Male zur Toilette rennen lässt.

Er ist mikroskopisch klein, seine Folgen aber können erheblich sein: In den USA ist derzeit ein Parasit im Umlauf, der unter anderem explosionsartigen Durchfall verursacht.

Der Parasit namens Cyclospora cayetanensis wird dabei normalerweise nicht direkt von Mensch zu Mensch, sondern über mit menschlichen Fäkalien kontaminierte Lebensmittel oder Wasser übertragen, heißt es von der zentralen Gesundheitsbehörde der Vereinigten Staaten CDC. »Cyclospora befällt den Dünndarm und verursacht in der Regel wässrigen Durchfall mit häufigem und manchmal explosionsartigem Stuhlgang«, schreibt die CDC. Was die Quelle für den aktuellen Ausbruch ist und ob die Fälle zusammenhängen, ist noch ungeklärt.

Meldungen aus 31 der 50 Bundesstaaten

Die Gesundheitsbehörde im Bundesstaat Michigan teilte am Freitag mit, dort seien bereits mehr als 1500 Fälle registriert worden. In der Regel gibt es laut der Behörde im Staat etwa nur 50 Fälle pro Jahr.

Die CDC schrieb von Meldungen aus 31 der 50 US-Bundesstaaten. Allerdings sind die Zahlen nicht in jedem Bundesstaat so hoch, dass man von einem Ausbruch sprechen würde. In New York etwa wurden laut der dortigen Gesundheitsbehörde seit dem 1. Mai 470 Fälle festgestellt. Das sei keine deutliche Abweichung von für die Jahreszeit typischen Fallzahlen, hieß es.

Frisches Gemüse und Kräuter im Verdacht

Cyclospora-Ausbrüche treten in der Regel im Sommer auf und werden mit dem Verzehr von frischem Obst, Kräutern und Gemüse in Verbindung gebracht.

Die Parasiten werden im Stuhl als Oozysten ausgeschieden, also als dickwandige Sporen. Frisch im Stuhl sind sie nicht infektiös. Stattdessen benötigt der Parasit einige Zeit außerhalb des Körpers, in der die Oozysten ausreifen und damit wieder infektiös werden. Geraten sie dabei in Abwasser, das nicht ausreichend geklärt wird, können sie durch landwirtschaftliche Bewässerung oder beim Waschen der Ernte wieder auf Nahrungsmittel gelangen, wodurch sich der Kreis schließt.

Eine Cyclosporiasis – also die Infektion mit dem Erreger – verläuft in der Regel nicht tödlich, kann aber schnell zu Dehydrierung führen, warnen US-Behörden. Zum Nachweis des Parasiten müssen Patienten mehrere Stuhlproben abgeben. Zwar steigen die Fallzahlen generell in den Frühlings- und Sommermonaten an, die Zahlen in diesem Jahr liegen laut der CDC aber über den üblichen.

Wie die »Huffington Post« berichtet, hatte die nationale Gesundheitsbehörde das FoodNet-Programm, das genau solche Erreger überwachen sollte, massiv zurückgefahren: Statt acht Erregern stünden derzeit aus Kostengründen nur noch zwei auf der Liste der überwachten Keime. Cyclospora zählte nicht dazu. Anlass waren demnach Sparmaßnahmen, die die US-Regierung vorgeblich zur Steigerung der Effizienz in Behörden durchgesetzt hat. Im Zuge dessen hatte der umstrittene US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. im vergangenen Jahr außerdem rund 10 000 fest angestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlassen. (dpa/jad)

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