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News: Dagegen ist ein Kraut gewachsen

Viele Menschen haben schon immer an ihre heilsame Wirkung geglaubt: Der tropischen Pflanze 'Noni' werden wahre Wunder zugetraut. Die knochenharte Wissenschaft ist da meist etwas skeptischer. Doch manchmal bestätigen ihre Ergebnisse die Naturheilverfahren - Noni scheint tatsächlich gegen Tuberkulose zu wirken.
Die Pflanzenfamilie der Rötegewächse (Rubiacaea) beinhaltet etliche altbekannte Heilkräuter. Unter anderem gehört auch unser heimischer Waldmeister hierzu. Typisch für die Familie ist ihr Gehalt an sekundären Inhaltsstoffen, wie Alkaloiden, auf denen viele ihrer medizinischen Wirkungen beruhen.

Zur gleichen Familie gehört auch Morinda citrifolia, die unter den Namen Noni bekannt ist. In ihrer Heimat Hawaii, Asien und Nordaustralien setzen Naturheilkundler die Pflanze bereits seit langem gegen verschiedenste Krankheiten ein – von Herzerkrankungen über Diabetes bis hin zu Krebs. Die Schulmedizin blieb jedoch skeptisch, da Wissenschaftler eine medizinische Wirkung nie sicher nachweisen konnten.

Jonel Saludes vom Department of Chemistry der University of Santo Tomas in Manila hat sich nun zusammen mit seinen Kollegen das Gewächs näher angeschaut. Wie er auf dem International Congress of Pacific Basin Societies, den die American Chemical Society vom 14. bis 19. Dezember 2000 in Honolulu durchführt, berichtete, isolierte er aus Noni-Blättern pflanzentypische Sekundärstoffe – so genannte Phytosteroide (Abstract). Diese Substanzen setzten die Wissenschaftler gegen Mycobacterium tuberculosis, den Erreger der Tuberkulose, ein – mit Erfolg: Die Phytosteroide vernichteten 89 Prozent der Krankheitserreger. Die Wirkung ist damit zwar nicht ganz so gut wie beim Antibiotikum Rifampicin, das 97 Prozent der Bakterien abtötet, aber immerhin vergleichbar.

Da Phytosteroide chemisch anders als die üblichen gegen Tuberkulose eingesetzten Medikamente aufgebaut sind, vermuten die Wissenschaftler auch einen anderen Wirkmechanismus. Doch wie und warum die Noni-Droge tatsächlich wirkt, darüber rätseln die Wissenschaftler noch. Unklar ist weiterhin, ob die isolierten Verbindungen auch im lebenden Organismus – einschließlich des Menschen – helfen. Doch Saludes zeigt sich optimistisch: "Ich hoffe, dass die pharmazeutische Industrie unsere Forschung beachtet und die Möglichkeit untersucht, Noni als potenzielle Quelle für Medikamente zu nutzen."

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