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Großteleskope: Das "European Extremely Large Telescope" schrumpft

Künstlerische Darstellung des Riesenteleskops E-ELT
Die Europäische Südsternwarte ESO gab am Abend des 15. Juni 2011 bekannt, dass der Durchmesser des Hauptspiegels des "European Extremely Large Telescope" (E-ELT) geringfügig von bisher 42 Meter auf 39,3 Meter schrumpfen wird. Damit lässt sich die komplexe Konstruktion des größten optischen Fernrohrs der Welt etwas vereinfachen, unter anderem wird die Struktur leichter und der Sekundärspiegel kann ebenfalls kleiner ausfallen. Zudem wird das Verhältnis von Öffnung zu Brennweite etwas erhöht. Dennoch sinkt die maximal mögliche räumliche Auflösung des Instruments um etwa neun Prozent.

Durch die Vereinfachung der Konstruktion sinken auch die Kosten. Statt der bislang kalkulierten 1,275 Milliarden Euro für das E-ELT fällt der Preis auf 1,05 Milliarden Euro – eine Reduktion um rund 18 Prozent. In diesem Betrag sind die Entwicklung von Instrumenten für das E-ELT und eine Finanzreserve für unerwartete technische Probleme enthalten.

Der Grund für diese Designänderung war die Abwägung zwischen wissenschaftlicher Leistungsfähigkeit und einer möglichst hohen Kosteneffizienz. Außerdem erhofft sich die ESO davon eine kürzere Entwicklungs- und Bauzeit. Nach Ansicht der ESO ist das E-ELT nun sicher und solide finanziert, so dass im Dezember 2011 das Projekt offiziell beschlossen werden kann. Im Januar 2012 ist Baubeginn, Anfang der 2020er Jahre soll das E-ELT dann seinen Betrieb aufnehmen. Das Riesenteleskop wird in Chile auf dem Berg Cerro Armazones in der Atacama-Wüste errichtet, in Sichtweite des Cerro Paranal, dem Standort des Very Large Telescope mit seinen vier Acht-Meter-Telekopen.

Tilmann Althaus

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  • Quellen
ESO, 15. Juni 2011

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