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News: Das Molekül des Jahres

Coole Abkürzungen sind in. Oder klingt 'Y2K' etwa nicht viel besser als 'Jahr 2000'? Noch cooler ist es, sein eigenes Y2K-Molekül zu basteln. Zumindest theoretisch sollte das funktionieren. Zu diesem Ergebnis hat sich jedenfalls ein Supercomputer nach zwölf Stunden schwerer Rechenarbeit durchgerungen, als ihn zwei Wissenschaftler fragten, ob Diyttriumkalium eine stabile Verbindung wäre.
Manchmal führen gerade langweilige Vorträge zu den interessantesten Durchbrüchen in der Wissenschaft. Als Jeffrey Roberts von der University of Minnesota während einer solchen wenig hellen Sternstunde eines Kongresses seinen Gedanken freien Lauf ließ, überkam ihn die Frage, ob eigentlich das vielzitierte "Y2K" auch als chemische Verbindung – Y2K – in dieser Welt Bestand haben könnte.

Zusammen mit dem theoretischen Chemiker Christopher Cramer wälzte er zunächst die Literatur zu den beiden Elementen Yttrium (Y) und Kalium (K), ohne auf entsprechende Hinweise zu stoßen. Aufgrund der dringenden Wichtigkeit und Aktualität des Themas erwirkten die beiden Wissenschaftler bei ihrem Dekan die Erlaubnis, den Superrechner am Institut der Universität für zwölf Stunden mit dem Problem zu beschäftigen.

Zur großen Erleichterung der Forscher stellte sich heraus, daß Diyttriumkalium stabil sein sollte, wenn irgendwann mal jemand auf die Idee käme, es synthetisieren zu wollen. Zumindest ein einzelnes Molekül müßte nach den Regeln der Chemie entweder in linearer oder T-förmiger Form existieren können (Science vom 17. Dezember 1999). Welche Eigenschaften die Verbindung hätte, ist allerdings noch genauso ungewiß wie die Frage, was dieses Jahr uns bringt. Denn den guten Willen für noch mehr Rechenzeit hatte der Dekan nun doch nicht mehr aufgebracht.

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