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News: Das Museum und sein Marketing

Am Montag, dem 15.12.97 schloß die Hall of Exploration des Columbus Center seine Pforten. Damit ist eine Ausstellung beendet, die großen Wert darauf gelegt hat, Wissenschaft einer breiten Öffentlichkeit anschaulich zu vermitteln. Gerade sie mußte nun wegen mangelnden Publikumsinteresses aufgegeben werden.
Das Columbus Center ist ein hochtechnisiertes meereswissenschaftliches Museum. Seine Hall of Exploration ist nur durch eine Glasplatte vom Arbeitsplatz der Forscher des University of Maryland's Center of Marine Biotechnology getrennt. Die Austellungshalle erhielt häufig positive Kritiken für ihre Darstellungen wissenschaftlicher Zusammenhänge und die der Öffentlichkeit gebotenen Möglichkeiten, durch eigenes Probieren einen Einblick in Labortechniken zu gewinnen (Science, Ausgabe vom 28. März 1997).

Als Publikumsmagnet waren die Ausstellungen aber anscheinend zu wenig geeignet. Die Museumsbetreiber hatten mit etwa 280000 Besuchern seit der Eröffnung im letzten Mai bis zum Ende dieses Jahres gerechnet. Gekommen sind aber nur ca. 70000 Menschen. Mitarbeiter des Museums führen dies vor allem auf zu geringe Marketingaktivitäten und die Konkurrenz durch andere örtliche Freizeitattraktionen in Baltimore wie das Baltimore Aquarium und das Maryland Science Center zurück.

Weiterhin genutzt wird die Halle zumindest durch Schulgruppen. Dies kündigte Rita Cornwell, Präsidentin des University of Maryland's Biotechnology Institute an. Sie ist Mitglied der Kommission, die jetzt über die Zukunft des Columbus Center entscheiden wird. Nach ihrer Meinung sind „die Forschungs- und Erziehungsaktivitäten des Centers sehr erfolgreich gewesen.”

Obwohl normale Besucher die Ausstellungen nun nicht mehr genießen können, wollen Cornwell und ihre Kollegen dennoch weiterhin die Öffentlichkeit in die Aktivitäten des Centers einbeziehen. Jedenfalls hat sich gezeigt: Auch die Wissenschaft hängt manchmal von der Werbung ab.

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