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News: Das schärfste Bild von Pluto

Mit Hilfe einer verbesserten adaptiven Optik der Keck-Teleskope auf dem Mauna Kea gewannen Astronomen die bisher besten Bilder von Pluto und seiner drei Begleiter. Die Bilder dienen zur exakten Bestimmung der Bahnen und Massen der vor zwei Jahren entdeckten Monde Nix und Hydra.
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Am 5. September 2007 richtete David Tholen von der University of Hawaii eines der beiden Keck-Teleskope auf den Zwergplaneten Pluto, um die gerade verbesserte adaptive Optik an dem lichtschwachen Himmelsobjekt zu testen. Pluto leuchtete zu diesem Zeitpunkt mit einer scheinbaren Helligkeit von 14 mag, also nahezu in seinem größten Glanz.

Zudem war die Luftunruhe an diesem Abend besonders gering, sodass die Bilder auch ohne Korrektur der adaptiven Optik schon recht deutlich waren. Im Endeffekt erreichte Tholen eine Auflösung von 35 Millibogensekunden, nahe am theoretischen Minimum des Zehn-Meter-Teleskops. Die Wellenlänge betrug 1,6 Mikrometer, lag also im Infraroten.

Damit übertreffen die neuen Aufnahmen deutlich die bislang besten Bilder des Zwergplaneten, die mit dem Weltraumteleskop Hubble im Jahre 1996 aufgenommen wurden. Bei Beobachtungen von Pluto vor zwei Jahren wurden jedoch mit Hubble die beiden kleinen Monde Nix und Hydra aufgespürt, die deutlich jenseits des seit 1978 bekannten Monds Charon ihre Bahnen ziehen.

Nix und Hydra sind weniger als Hundert Kilometer groß und dürften aus einer Mischung von Wassereis und Silikatmineralen bestehen. Bislang ist nur sehr wenig über sie bekannt. Mit Hilfe der neuen Bilder werden die Astronomen die Bahnen der Monde um Pluto mit hoher Genauigkeit vermessen, wobei insbesondere ihre Schwerkraftwechselwirkungen untereinander von Interesse sind.

Diese Untersuchungen dienen der Vorbereitung der Mission der Raumsonde New Horizons, die im Juli 2015 Pluto und seine Trabanten aus der Nähe erkunden soll. Um dabei optimale Resultate zu erzielen müssen die Bahnen der Monde, ihre Helligkeiten und jeweiligen Positionen möglichst genau bekannt sein. Zurzeit nähert sich Pluto der Konjunktion mit der Sonne und lässt sich daher nicht beobachten. Wenn der Zwergplanet nächstes Jahr wieder einen großen Abstand zum Tagesgestirn erreicht hat, möchte David Tholen weitere Beobachtungen durchführen.

TA

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