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Ringplanet: Das stürmische Auge des Saturn

Falschfarbenbild der Nordpolarregion des SaturnLaden...

Der polare Sturmwirbel in GroßaufnahmeLaden...
Der polare Sturmwirbel in Großaufnahme | Nein, dies ist nicht der Große Rote Fleck auf dem Planeten Jupiter, sondern eine Falschfarbenaufnahme des nordpolaren Sturmwirbels auf Saturn. Er hat einen Durchmesser von rund 2000 Kilometern. An seinem Rand wehen Winde mit bis zu 540 Kilometer pro Stunde, rund viermal so schnell wie in einem typischen irdischen Hurrikan. Der Sturmwirbel ist hier in Falschfarben dargestellt und wurde aus Aufnahmen der Raumsonde Cassini im sichtbaren und infraroten Licht zusammengesetzt.
Im Teleskop wirkt Saturn mehr wie ein Kunstwerk denn als ein Planet und erscheint dem Betrachter mit seinen sanften pastellbraunen Farben als sehr ruhig. Dieser Eindruck täuscht jedoch gewaltig, denn auf Saturn toben heftige Stürme. Einer von ihnen ist der nördliche Polarwirbel, der sich exakt am Nordpol des Ringplaneten befindet. Er erstreckt sich über rund 2000 Kilometer. In den hier beigestellten Bildern der US-Raumsonde Cassini wurde er im sichtbaren Licht und im nahen Infraroten beobachtet. Dabei sind die Bilder so verarbeitet und in Falschfarben dargestellt, damit die Details des Sturmwirbels besonders gut hervortreten.

In seinem Aufbau erinnert der polare Sturmwirbel an die tropischen Sturmsysteme auf der Erde, die je nach Ozean als Hurrikan, Taifun oder Zyklon bezeichnet werden. Im Zentrum des Wirbels befindet sich ein Auge, in dem keine oder nur sehr dünne Wolken vorhanden sind. Daran schließt sich außen eine Ringmauer aus massiven Wolken an, die als "Eyewall" bezeichnet wird. Am Rand des Wirbels toben die Winde mit einer Geschwindigkeit von bis zu 540 Kilometern pro Stunde und damit rund viermal so schnell wie in einem typischen irdischen Hurrikan.

Falschfarbenbild der Nordpolarregion des SaturnLaden...
Der Nordpol von Saturn | Eine Kombination aus Bildern im sichtbaren Licht und im nahen Infraroten lässt in dieser Falschfarbendarstellung die Strukturen am Nordpol des Saturn besonders schön hervortreten. Exakt in der Bildmitte befindet sich der hier rötlich erscheinende Polarwirbel mit rund 2000 Kilometer Durchmesser. Ihn umgibt das polare Hexagon mit einem Durchmesser von etwa 20 000 Kilometern. Am rechten oberen Bildrand ist in Blau ein Teil der Saturnringe sichtbar.
Die Planetenforscher des Cassini-Projekts vermuten, dass dieser Riesenwirbel schon seit vielen Jahren auf Saturn aktiv ist. In Infrarotaufnahmen, die Cassini bei ihrem Anflug im Jahr 2004 aufnahm, zeigte er sich bereits als heller Fleck. Zu dieser Zeit war auf der Nordhemisphäre von Saturn Winter, so dass der Wirbel im Dunkel der Polarnacht lag. Erst ab 2009 hatten sich die Beleuchtungsverhältnisse durch den Lauf der Jahreszeiten soweit gebessert, dass er auch im sichtbaren Licht zu sehen war. Zudem musste die Bahn von Cassini um Saturn so geändert werden, dass sie einen guten Blick auf die Polarregionen ermöglichte. Meistens umkreist die Sonde den Ringplaneten auf Bahnen, die nur wenig gegen den Äquator geneigt sind, um die Monde des Riesen besser beobachten zu können. Derzeit umrundet Cassini den Planeten auf einer stark geneigten Bahn und beobachtet vor allem die Strukturen der berühmten Ringe, wodurch auch die Polarregionen ins Blickfeld geraten.

Das polare Hexagon des Saturn in echten FarbenLaden...
Das polare Hexagon des Saturn | Im sichtbaren Licht erscheint das polare Hexagon des Saturn als dunkle Region mit dem Polarwirbel in der Mitte. Die Planetenforscher vermuten, dass das Hexagon durch eine stehende Welle in der Saturnatmosphäre entsteht.
Im weiteren Umfeld des Sturmwirbels ist das nordpolare Hexagon zu sehen, eine einzigartige Wolkenformation, die bislang nur auf Saturn und nur auf der Nordhalbkugel beobachtet wurde. Die Planetenforscher vermuten, dass sie durch eine stehende Welle in der Atmosphäre hervorgerufen wird. Das Hexagon ist sehr stabil und wurde bereits auf den Bildern der beiden Voyager-Sonden Anfang der 1980er Jahre entdeckt. Mit einem Durchmesser von rund 20 000 Kilometern erstreckt es sich über rund das Doppelte des Erddurchmessers.

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  • Quellen
NASA-JPL, 29. April 2013

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