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Hypersomnie: Dauerhafte Müdigkeit durch körpereigene Stoffe?

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Obwohl sie oft elf Stunden die Nacht schlafen, sind Menschen mit Hypersomnie auch tagsüber müde und abgeschlagen. Aufputschende Medikamente wie Amphetamine helfen dagegen kaum. Wissenschaftler von der Emory University in Atlanta fanden jetzt im Liquor der Betroffenen eine Substanz, die wahrscheinlich die Ursache für das krankhafte Schlafbedürfnis ist.

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Immer müde … | … sind Menschen, die unter Hypersomnie leiden. Obwohl sie oft elf Stunden die Nacht schlafen, sind sie nicht ausgeruht.

David Rye und seine Kollegen entnahmen 32 Patienten Hirn-Rückenmarks-Flüssigkeit und testeten ihren Einfluss auf die Aktivität von Neuronen in der Zellkultur. Der Liquor allein veränderte die Aktivität der Zellen kaum. Ganz anders sah es jedoch aus, wenn die Forscher zusätzlich den hemmenden Botenstoff GABA beigaben: Der aktivitätsdämpfende Effekt des Neurotransmitters verdoppelte sich. Offensichtlich verstärkte ein Bestandteil der Hirn-Rückenmarks-Flüssigkeit die Wirkung von GABA, blieb allein aber wirkungslos.

Ein ganz ähnlicher Wirkmechanismus ist von einer Gruppe starker Betäubungsmittel bekannt, gegen die es aber ein Gegenmittel, Flumazenil, gibt. Die Wissenschaftler testeten an sieben der Patienten, ob das Mittel auch geeignet war, die GABA-verstärkende Wirkung des Liquors aufzuheben. Mit Erfolg: Tatsächlich fühlten sich die Schlafsüchtigen nach der Gabe von Flumazenil wacher und waren aufmerksamer.

Die Hypersomnie wird anscheinend durch eine Substanz im Liquor ausgelöst, die ganz ähnlich wie ein Schlaf- oder Betäubungsmittel wirkt, schlussfolgern die Wissenschaftler. Worum genau es sich bei dieser Substanz handelt, konnten die Forscher noch nicht klären. Erste Hinweise deuten aber auf ein Peptid hin, also eine kurze Eiweißverbindung.

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