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Chronobiologie: Dauerlicht stört bei Babys die Entwicklung der inneren Uhr

Eine ständige Beleuchtung auf Säuglingsstationen schadet Babys mehr, als sie Nutzen bringt – insbesondere wenn es sich um Frühchen handelt. Bei Versuchen mit neugeborenen Mäusen haben Forscher der Vanderbilt-Universität beobachtet, dass sich bei dauerhaftem Lichteinfluss die innere biologische Uhr im Gehirn nicht in vollem Umfang ausbildet. Dadurch drohten nicht nur gesundheitliche Folgen, sondern auch Verhaltensstörungen.

Die innere Uhr regelt eine Reihe verschiedenster Körperfunktionen. So sorgt sie dafür, dass morgens, kurz vor dem Aufwachen, die Körpertemperatur ansteigt und abends wieder abfällt. Auch der Blutdruck, die Aktivität des Immunsystems und Hormonausschüttung erreichen jeden Tag fast auf die Minute genau ihre Höhe- oder Tiefpunkte. Die circadiane Uhr tickt selbst im Schlaf. Allerdings kann sich ihr Rhythmus verändern und der Umwelt anpassen. Er reagiert beispielsweise auf Jahreszeiten oder auch auf Ausflüge in andere Zeitzonen – wie sich am Jetlag zeigt.

Die aktuelle Studie an den Mäusebabys ist eine Fortsetzung einer Arbeit vom vergangenen Jahr, bei der Douglas McMahon und sein Team Tests mit erwachsenen Mäusen durchgeführt und bei ihnen festgestellt hatten, dass Dauerlicht diese Synchronisierung der biologischen Uhr stört. Jetzt zeigte sich bei den Versuchen mit dem Mäusenachwuchs, dass ein Hell-Dunkel-Rhythmus dafür sorgt, dass sich die Neuronen im Nucleus suprachiasmaticus, dem Sitz der inneren Uhr, zügig synchronisieren können. Bei Dauerlicht geschieht dies nach Beobachtung der Forscher nicht.
23.08.2006

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 23.08.2006

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