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Krieg: "Demokratischer Friede" ist eine Illusion

Demokratien führen nicht gegeneinander Krieg, lautet eine der bekanntesten Theorien internationaler Konflikte. Doch nach einer neuen Analyse sind Handel und internationale Organisationen viel wichtiger.
Soldat auf  seinem Panzer

300 Jahre lang währte die Pax Romana, der "Römische Friede", im Mittelmeerraum. Einen ähnlichen Effekt erhofften sich Fachleute aus Wissenschaft und Politik von der fortschreitenden Demokratisierung der Welt – demnach sollten Demokratien mit geringerer Wahrscheinlichkeit untereinander Krieg führen. Doch eine statistische Untersuchung einer Arbeitsgruppe um den Politikwissenschaftler Skyler Cranmer führte zu dem überraschenden Ergebnis, dass es keinen solchen Zusammenhang gibt. Dagegen spielen Handelsbeziehungen eine wichtige Rolle, ebenso wie die gemeinsame Mitgliedschaft in internationalen Organisationen.

Der Grundgedanke der Untersuchung geht auf die Schrift "Zum ewigen Frieden" von Immanuel Kant zurück. Der Königsberger Philosoph hatte in jener Schrift drei Voraussetzungen für einen andauernden Frieden zwischen den Nationen postuliert: eben Demokratie, Handelsbeziehungen und internationale Organisationen. Wie Cranmers Gruppe berichtet, untersuchte sie die internationalen Konflikte der letzten 52 Jahre, um die Einflüsse dieser drei Parameter mit Hilfe einer neu entwickelten statistischen Methode zu bestimmen. Dabei fanden die Wissenschaftler heraus, dass sie Länder nach diesen drei Parametern in unterschiedliche Gruppen mit ähnlichen Eigenschaften aufteilen konnten – und je stärker die Unterschiede zwischen diesen Gruppen, desto größer die Konfliktgefahr, Demokratie hin oder her.

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