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Depression: Die entscheidende Therapiestunde

Von manchen Therapiesitzungen haben depressive Patienten mehr als von anderen: Aha-Erlebnisse sind oft ungleichmäßig verteilt. Meist treten sie schon in der ersten Stunde auf.
Psychotherapie

Bei einer Psychotherapie finden die Patientinnen und Patienten nicht stetig und gleichmäßig aus ihrem seelischen Tief heraus. Vielmehr gibt es sprunghafte Verbesserungen des Befindens, die als »sudden gains« (wörtlich etwa: plötzliche Gewinne) bezeichnet werden.

Kanadische Psychologen widmeten sich der Frage, wann solche Veränderungen auftreten. Dazu analysierten sie den Verlauf von 36 Depressionsbehandlungen. Vor und nach jeder Therapiestunde wurde das aktuelle Befinden der Betroffenen per Fragebogen erfasst. Auf diese Weise konnten die Forscher belegen, dass zwei Drittel der Patientinnen und Patienten eine solche plötzliche Besserung erlebten, bei der die depressiven Symptome auf einen Schlag beträchtlich zurückgingen. Drei Viertel der Fortschritte fanden nicht zwischen zwei Terminen, sondern während einer therapeutischen Sitzung statt.

In Therapiestunden, in denen solche plötzlichen Verbesserungen auftraten, hatten sich die Betroffenen meist besonders intensiv mit ihren Gefühlen beschäftigt und beispielsweise nach deren Ursachen geforscht. Zudem hatten sie häufiger Wut, Verletztheit oder Selbstmitgefühl gezeigt, und die Therapeutinnen und Therapeuten waren überdurchschnittlich stark auf ihre unerfüllten Bedürfnisse eingegangen.

Mehr als ein Drittel der Erfolgssprünge trat bereits in der ersten Sitzung auf. Dabei war es nicht ungewöhnlich, dass auf eine plötzliche Verbesserung erst einmal wieder ein leichter Knick im Befinden folgte – danach ging der Aufwärtstrend jedoch meist weiter.

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