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Depression: Die entscheidende Therapiestunde

Von manchen Therapiestunden haben depressive Patienten mehr als von anderen: Aha-Erlebnisse sind oft ungleichmäßig verteilt. Meist treten sie schon in der ersten Sitzung auf.
Psychotherapie

Bei einer Psychotherapie finden die Patienten nicht stetig und gleichmäßig aus ihrem seelischen Tief heraus. Vielmehr gibt es sprunghafte Verbesserungen des Befindens, die als »sudden gains« (wörtlich etwa: plötzliche Fortschritte) bezeichnet werden.

Kanadische Psychologen widmeten sich der Frage, wann solche Veränderungen auftreten. Dazu analysierten sie den Verlauf von 36 Depressionsbehandlungen. Vor und nach jeder Therapiestunde wurde das aktuelle Befinden der Betroffenen per Fragebogen erfasst. Auf diese Weise konnten die Forscher belegen, dass der Großteil der Aha-Erlebnisse während einer therapeutischen Sitzung stattfindet und weniger zwischen zwei Terminen. Durch derartige Sprünge ging die Schwere der depressiven Symptome auf einen Schlag um durchschnittlich 70 Prozent zurück.

In Therapiestunden, in denen solche plötzlichen Verbesserungen auftraten, hatten sich die Patienten meist besonders intensiv mit ihren Gefühlen beschäftigt und beispielsweise auch den Ursachen für ihre Entstehung nachgeforscht. Zudem hatten sie häufiger Wut, Verletztheit oder Selbstmitgefühl gezeigt. Die Therapeuten waren in diesen Sitzungen überdurchschnittlich stark auf unerfüllte Bedürfnisse der Betroffenen eingegangen.

Mehr als ein Drittel der Erfolgssprünge traten bereits in der ersten Sitzung auf. Dabei war es nicht ungewöhnlich, dass auf eine plötzliche Verbesserung erst einmal wieder ein leichter Knick im Befinden folgte – danach ging der Aufwärtstrend jedoch meist weiter.

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