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News: Der Flug in Klima- und Ozonveränderungen

Führende europäische Wissenschaftler sind zu dem Schluß gekommen, daß die Emissionen aus Flugzeugen gering sind im Vergleich zu den anderen anthropogenen Emissionen. Aber sie könnten signifikante Auswirkungen auf das Ozon der Atmosphäre und die Bedeckung des Himmels durch Wolken haben und somit möglicherweise an Veränderungen des Klimas beteiligt sein.
Die Autoren haben die Ergebnisse ihrer Untersuchungen, die sie im Auftrag der Europäischen Kommission durchgeführt haben, in der Zeitschrift Atmospheric Environment vom 28. Mai 1998 veröffentlicht. Sie stützen ihre Aussagen auf eine Reihe europäischer und nationaler Forschungsprogramme: AERONOX, POLINAT, STREAM, MOZAIC, AEROCHEM, AEROCONTRAIL, LOXNOX, AEROTRACE.

Ihre Folgerungen lassen sich in vier Punkten zusammenfassen:

  • Die 20- bis 50prozentige Zunahme von Stickoxiden aus dem Luftverkehr in Nähe der Reisehöhe (zehn bis zwölf Kilometer) hat in der oberen Troposphäre zu einer Zunahme von Ozon um vier bis acht Prozent geführt. In diesem Bereich ist Ozon ein Treibhausgas. Der dadurch verursachte Erwärmungseffekt ist vergleichbar mit dem Effekt, der durch Kohlendioxid aus Flugzeugen hervorgerufen wird (etwa zwei bis drei Prozent der anthropogenen Kohlendioxidemissionen).
  • Klimastörungen könnten auch von langlebigen Kondensstreifen und hochstehenden Zirruswolken ausgehen, die sich auf vielbeflogenen Routen bilden. Weitere Effekte auf das Strahlungsgleichgewicht der Atmosphäre könnten durch Ruß- und Schwefelteilchen aus den Triebwerken entstehen. Die Temperaturänderung durch geänderte Bewölkung ist schwierig zu ermitteln, könnte aber von der gleichen Größenordnung wie die Erwärmung durch Kohlendioxid aus Flugzeugen sein.
  • Der gesamte Druck auf das Klima, der von den momentan vorhandenen kommerziellen Flugzeugen ausgeht (0,1 W/m2) ist nur ein kleiner Teil des Gesamtdrucks (2,4 W/m2) aufgrund der industriellen Entwicklung. Da jedoch angenommen wird, daß der Luftverkehr in den nächsten 20 Jahren stärker wachsen wird als die globale Wirtschaft, wird ihr relativer Beitrag an Umweltveränderungen größer werden. Es sei denn, neue Maschinen und Technologien, die effektiver sind und die Umwelt weniger belasten, werden eingeführt.
  • Die Entwicklung einer Flotte von Überschallflugzeugen, die in großen Höhen fliegen (17 bis 20 km) könnte die Ozonschicht in der Stratosphäre stören. Nach aktuellen Modellrechnungen würden 500 Flugzeuge die Dicke der Ozonschicht nur um wenige Prozent verringern und zu einer Steigerung der UV-B-Bestrahlung auf der Erde von weniger als zwei Prozent führen. Eine endgültige Aussage ist jedoch erst möglich, wenn die komplexen Vorgänge der Atmosphärenchemie besser verstanden sind.

Nach Ansicht der Wissenschaftler sind viele Fragen noch offen, weil unser Wissen nicht ausreicht, um zuverlässige Modelle aufzustellen. Die Europäische Kommission fördert daher die Forschung auf diesem Gebiet durch sein Programme zu Umwelt und Klima und die Initiative CORSAIRE (Coordination of Research for the Study of Aircraft impact on the Environment).

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