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Weltraumschrott: Der jüngste Krater auf dem Mond

Mit dem Lunar Reconnaissance Orbiter der NASA gelangen detaillierte Fotos des etwa 20 Meter großen Einschlagkraters, den eine Falcon-9-Oberstufe am 5. August 2026 erzeugte.
Eine graue, kraterübersäte Mondoberfläche mit einem zentralen Einschlagskrater, von dem strahlenförmige Linien ausgehen. Die Oberfläche zeigt zahlreiche kleinere Krater unterschiedlicher Größe. Das Bild vermittelt einen Eindruck von der rauen und unregelmäßigen Beschaffenheit der Mondlandschaft.
Am 5. August 2026 schlug die zweite Stufe einer Falcon-9-Rakete ungebremst auf dem Mond ein und erzeugte dabei den etwa 20 Meter breiten und drei Meter tiefen Einschlagkrater in der Bildmitte. Es lassen sich dunkle und helle Auswurfstrahlen erkennen.

Manchmal hinterlässt Weltraummüll bleibende Spuren, insbesondere dann, wenn er auf dem atmosphärelosen Mond aufschlägt. Am 5. August 2026 gegen 8:35 Uhr unserer Zeit traf eine rund vier Tonnen schwere zweite Stufe einer Trägerrakete des Typs Falcon 9 ungebremst auf der Mondoberfläche nicht weit vom Krater Einstein auf der Mondvorderseite auf. Das Ereignis fand auf dem beleuchteten Teil des Mondes statt, weshalb es nicht zu einem auffälligen Lichtblitz kam. Mit dem Very Large Telescope (VLT) konnte die Europäische Südsternwarte ESO kurze Zeit nach dem Auftreffen Stoffe im Mondspektrum wie Natrium und Kalium nachweisen, die vorher nicht zu sehen waren.

Nur sechs Tage nach dem Einschlag nahm die NASA-Sonde Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) das fragliche Gebiet auf. Auf den Bildern lässt sich deutlich ein etwa 20 Meter breiter und drei Meter tiefer Einschlagkrater erkennen, der auf früheren Bildern der Region nicht zu sehen war. Von ihm gehen dunkle und helle Auswurfstrahlen aus, die bei der Explosion, die den Krater erzeugte, entstanden. Der Aufschlag erfolgte mit mehreren Kilometern pro Sekunde, wodurch die Raketenstufe durch die abrupte Umwandlung ihrer hohen kinetischen Energie beim Aufschlag in Wärme verdampfte. Das dunkle Material der Auswurfstrahlen stammt aus den obersten Schichten der Mondoberfläche, das helle aus darunterliegenden. Um den neuen Krater fotografieren zu können, wurde die Bahn von LRO angepasst und zusätzlich die Sonde geschwenkt, sodass ihre fest montierten Kameras das Gebiet aus unterschiedlichen Winkeln fotografieren konnten. Die Bildauflösung beträgt etwa einen Meter pro Bildpunkt.

Vier Ansichten des neuen Kraters |

Während unterschiedlicher Umläufe am 11. und 12. August 2026 nahm die NASA-Mondsonde Lunar Reconnaissance Orbiter den eine Woche zuvor durch den Aufschlag der zweiten Stufe der Falcon-9-Rakete entstandenen Einschlagkrater (Bildmitte) auf. Die Gradzahlen geben die unterschiedlichen Blickwinkel wieder, die Sonde wurde für diese Bilder geschwenkt, damit ihre fest montierten Kameras das fragliche Gebiet aufnehmen konnten.

Die Falcon-9-Rakete war am 15. Januar 2025 mit den Mondlandern Blue Ghost des US-Unternehmens Firefly Aerospace und Hakuto-R2 des japanischen Start-ups ispace gestartet. Blue Ghost landete rund zwei Monate später auf dem Mond. Bei Hakuto‑R2 schlug die Landung kurz darauf fehl, der Lander krachte auf den Mond. Die untere Raketenstufe der Falcon-9-Rakete kehrte zur Erde zurück.

In der Vergangenheit sind immer wieder Raketenstufen auf dem Mond aufgeschlagen, darunter die fünf dritten Stufen der Saturn-Rakete der Apollo-Mondflüge 13 bis 17 in den Jahren 1970 bis 1972. In diesem Fall wurden die Oberstufen durch ein Schubmanöver gezielt auf Kollisionskurs zum Mond gebracht, nachdem die dritte Stufe die Kommandokapsel mitsamt Mondlandefähre auf ihre Bahn zum Erdtrabanten gebracht hatte. Auf dem Mond aufgestellte Seismometer konnten die Einschläge verfolgen. Dabei zeigte sich, dass nach den Treffern für wenige Stunden der ganze Mond wie eine Glocke schwang.

  • Quellen

https://science.nasa.gov/solar-system/moon/nasas-lro-images-falcon-9-crater-on-moon-learns-new-details/

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