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News: Der kälteste Stern

In Doppelsternsystemen schmarotzt manchmal ein Partner von der Materie des anderen, so daß dieser immer schwächer und kälter wird. Dieses theoretische Modell wurde jetzt durch die Entdeckung eines extrem kalten Sterns bestätigt.
Ein internationales Astronomenteam unter Leitung von David Ciardi und Steve Howell von der University of Wyoming hat den kältesten bisher bekannten Stern entdeckt. Der Bericht wird im Astrophysical Journal vom September 1998 erscheinen.

Das eigentliche Ziel der Beobachtungen war, die Lebenszyklen der beiden Sterne in alten Doppelsystemen zu erforschen. In dem Doppelsternsystem WZ Sagittae im Sternbild Pfeil fanden sie, daß der kleinere der Partner nur rund 1700 Kelvin heiß war. "Zum Vergleich: Die Temperatur der Sonne beträgt etwa 6000 Kelvin, und der bisher kühlste bekannte Stern ist rund 2600 Kelvin heiß", sagte Ciardi.

WZ Sagittae setzt sich aus einem massereichen Weißen Zwerg und einem leichteren "normalen" Stern zusammen. Der Weiße Zwerg ist von extrem hoher Dichte. Er hat ungefähr die Masse der Sonne, konzentriert diese jedoch in einem Volumen, das dem unserer Erde entspricht. Im Verlaufe von Milliarden Jahren hat er ständig Materie von seinem Begleitstern abgesogen, so daß dieser immer kleiner wurde und infolgedessen auch immer kälter.

Der weniger massereiche Stern in dem Doppelsystem endet als eine neue Art von "Sternenleiche", die vor kurzem von Howell auf Grundlage theoretischer Überlegungen vorhergesagt wurde. Die Entdeckung des kalten Sterns bestätigte nun Howells Berechnungen.

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