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Schwarzes Loch: Der Kern der Milchstraße wird aktiver

In den letzten vier Jahren stieg die Häufigkeit starker Röntgenstrahlenausbrüche im Herzen der Milchstraße auf das Dreifache.
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Das Zentrum unserer Heimatgalaxie wird aufregender. Von 2014 bis 2018 hat sich die Zahl intensiver Röntgenstrahlenausbrüche im Gegensatz zu den 15 Jahren zuvor etwa verdreifacht. Das geht aus einer Analyse hervor, die eine Arbeitsgruppe um Enmanuelle Moussoux von der Université de Liège bei »Astronomy & Astrophysics« zur Veröffentlichung eingereicht hat. Darin beschreibt das Team 121 Röntgenstrahlenausbrüche von Sgr A*, dem Schwarzen Loch im Zentrum der Milchstraße, die über eine zusammengerechnete Dauer von insgesamt 51 Tagen beobachtet wurden. Dabei erhöhte sich die Anzahl von Flares oberhalb zweier Energiegrenzen jeweils etwa um den Faktor drei. Ursache ist möglicherweise, dass das Schwarze Loch derzeit mehr »Nahrung« erhält; frühere Beobachtungen deuten ebenfalls in diese Richtung.

Die Beobachtungen der Röntgenstrahlenausbrüche stammen von den Weltraumteleskopen Chandra, XMM-Newton und Swift, die das galaktische Zentrum immer mal wieder in den Blick nahmen. Im Durchschnitt 2,4 Röntgenstrahlenausbrüche pro Tag verzeichneten die Observatorien. Die neue Veröffentlichung setzt eine Analyse aus dem Jahr 2017 fort, die den Zeitraum bis 2015 abdeckte; hinzugekommen sind nun Daten aus den Jahren 2016 bis 2018, die den älteren Befund im Bezug auf starke Flares bestätigen. Ein anderes Ergebnis des älteren Papers revidiert die Gruppe um die Forscherin nun jedoch. Dass es eine gleichzeitige Abnahme schwächerer Flares gegeben habe, sei allerdings in der Gesamtbetrachtung aller Daten nun hinfällig, schreiben sie.

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