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Maya: Der letzte Todesstoß für El Mirador

El Mirador, einst eine der wichtigsten Städte der Mayas, hatte um 150 n. Chr. ihre guten Zeiten längst hinter sich. Die meisten Menschen waren fortgezogen, nur wenige – 200 vielleicht – waren zurück geblieben. Doch die Feinde der Stadt gaben keine Ruhe – und töteten schließlich auch die letzten Einwohner. Die Spuren dieser finalen Schlacht fanden Archäologen am Fuße der Pyramide El Tigre, die bis heute aus der zerstörten Stadt im Norden Guatemalas ragt.

Das Team um Richard Hansen von der Idaho State University entdeckte hunderte Speerspitzen, die aus zwei verschiedenen Gesteinen gefertigt waren: Feuerstein und Obsidian. Letzterer stammte nicht aus der Umgebung sondern aus den Bergen Mexikos nahe der Stadt Teotihuacan, deren Bewohner mit den Maya verfeindet waren. Die Forscher glauben deshalb, dass die Obsidianspitzen von einem Überfall des Bergvolkes auf El Mirador zeugen. Dafür sprechen auch die Bilder des mexikanischen Kriegsgottes, die auf den Trümmern zahlreicher Gebäude zu sehen sind. Vermutlich ritzten die Angreifer sie als Zeichen ihres Sieges in das Gestein.

Ob sich all das wirklich so zugetragen hat, könnte sich anhand der alten Speerspitzen beweisen lassen. Denn an ihnen klebt bis heute, fast 2000 Jahre nach den schrecklichen Ereignissen, das Blut der Täter und Opfer. Die Forscher wollen es genetisch untersuchen lassen und damit zeigen, dass hier tatsächlich zwei verschiedene Völker um Leben und Tod kämpften.

Die Stadt El Mirador wurde um 850 v. Chr. gegründet, in ihrer Blütezeit hatte sie über 100 000 Einwohner. Ihre mächtigen Bauten liegen heute mitten im Dschungel, als Forscher in den 30er Jahren die überwucherte El Tigre-Pyramide auf Luftaufnahmen ausmachten, hielten sie diese zunächst für einen Vulkan.

Lisa Leander

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