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Roter Planet: Der Marsmaulwurf sitzt erst einmal fest

Anfang März nahm nun auch das zweite Hauptinstrument der Raumsonde InSight seinen Betrieb auf: Der Maulwurf zur Temperaturmessung im Marsboden begann damit, sich einzugraben, sitzt aber nun erst einmal fest.
Raumsonde InSight im PorträtLaden...

Update, 6. März 2019: Der Marsmaulwurf legt für mindestens zwei Wochen eine Pause ein, da er derzeit festsitzt und nicht weiter in den Marsboden eindringen kann. Bei seiner zweiten vierstündigen Aktivität erbrachte das Hämmern keine Veränderungen in Hinblick auf Orientierung und Tiefe. Derzeit hat der Maulwurf eine Tiefe von 30 Zentimeter erreicht, scheint dann aber auf einen Stein oder eine Schotterschicht gestoßen zu sein. Nun müssen die Forscher vom DLR-Institut für Planetenforschung die Situation analysieren, um eine Strategie für die Fortführung der Arbeiten zu entwickeln.

Rund drei Monate nach der spektakulären Landung der Raumsonde InSight auf dem Mars hat nun auch ihr zweites Hauptinstrument mit der Forschungsarbeit begonnen. Am 1. März wurde der Hämmermechanismus der Wärmeflusssonde HP3 in Betrieb genommen und arbeitete mehr als vier Stunden lang. Dabei konnte sich die Wärmesonde, die auch als »Maulwurf« bezeichnet wird, mindestens 18 Zentimeter in die Oberfläche eingraben, bevor sie auf einen etwas größeren Stein stieß. Dieser blockierte den Maulwurf für rund dreieinhalb Stunden, bevor er den lästigen Stein beiseiteschieben konnte und weiter in den Marsboden eindrang. Dabei wurde die Wärmeflusssonde möglicherweise um etwa 15 Grad aus der Vertikalen abgedrängt, aber dies ist noch nicht endgültig betätigt. Auch die derzeitige Tiefe der Sonde ist zurzeit nicht bekannt, sie liegt zwischen 18 und 50 Zentimeter.

Der Maulwurf der Raumsonde InSight beim EingrabenLaden...
Der Maulwurf der Raumsonde InSight beim Eingraben | Anfang März 2019 begann die Wärmeflusssonde HP3, besser bekannt als »Maulwurf«, damit, sich in den Marsboden einzugraben. Da er kurz nach Beginn seiner Hämmertätigkeit auf einen Stein stieß, bevor er aus seiner »Garage« voll herausgekommen war, wurde diese leicht auf der Oberfläche verschoben. Dies zeigt sich an den drei hier sichtbaren Standfüßen. Das Bild wurde am 3. März 2019 mit der Kamera am Roboterarm der Sonde aufgenommen.

HP3 soll sich in rund 40 Marstagen bis zu fünf Meter in den Marsboden graben, um den Wärmefluss aus dem Planeteninneren ungestört von den Temperaturen an der unmittelbaren Oberfläche messen zu können. Dafür zieht der Maulwurf ein Flachbandkabel hinter sich her, an dem in unterschiedlichen Abständen Temperaturmessfühler angebracht sind. Sie messen nach Abschluss der Grabearbeiten die Temperaturen an der Oberfläche und darunter. Daraus lässt sich dann schließen, wie viel Wärme der Mars noch immer in seinem tieferen Inneren freisetzt. Daraus ergeben sich auch Rückschlüsse auf seinen inneren Aufbau und ob es wohl noch aufgeschmolzene Regionen im Planeten gibt.

Bereits Mitte Februar hat das Seismometer von InSight seinen Messbetrieb aufgenommen und lauscht nun der Bebenaktivität des Roten Planeten. Derzeit wurde jedoch noch über kein Marsbeben berichtet. Die Hammerschläge des Maulwurfs sind nun eine willkommene Gelegenheit, das Seismometer zu eichen, da die Schläge mit genau bekannter Intensität erfolgen. Zudem lässt sich damit feststellen, was sich direkt unterhalb von InSight befindet. Die Sonde war am 26. November 2018 am Rand eines annähernd vollständig aufgefüllten Kraters niedergegangen, so dass sich beispielsweise die Tiefe dieser Füllung ermitteln lässt. Zusammen mit den Messdaten der Wärmeflusssonde soll InSight endgültig die Frage klären, wie genau der Mars in seinem Inneren aufgebaut ist und wie mächtig die unterschiedlichen Schichten sind. Mit der ersten Veröffentlichung von detaillierten Messdaten wird im Sommer dieses Jahres gerechnet.

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