Direkt zum Inhalt

Radioteleskop: Der Moment, als Arecibo einstürzt

Das Radioteleskop auf Puerto Rico sollte eigentlich abgerissen werden, doch jüngst ist die Plattform über der Teleskopschüssel abgestürzt. Videos haben den Moment eingefangen.
Die Plattform über der Radioschüssel in einer Aufnahme von 2008, als sie noch intakt war.

Noch im November kündigte die US-amerikanische National Science Foundation (NSF) an, das beschädigte Radioteleskop Arecibo auf Puerto Rico zu demontieren. Dann am 1. Dezember um 7.55 Uhr Ortszeit (12.55 Uhr mitteleuropäische Zeit) stürzte die Antennenplattform ab, die über der Teleskopschüssel aufgehängt war. Was genau in diesem Moment des Dienstagmorgens geschah, zeigen zwei Videoaufnahmen, welche die NSF jüngst veröffentlichte.

© Courtesy of the Arecibo Observatory, a U.S. National Science Foundation facility
Videoaufnahmen des Arecibo-Einsturzes

Aus dem Videomaterial geht hervor, dass offenbar an einem der drei Stütztürme (Pylonen) ein Kabel riss. Über solche Stahlseile war die Plattform wie eine Hängebrücke befestigt. Sie stürzte nun mit einem ohrenbetäubenden Knall in die Radioschüssel darunter und riss alle drei Turmspitzen mit sich. Wie die NSF berichtet, sei niemand bei dem Einsturz verletzt worden.

Erstmals im August 2020 zeichneten sich schwere Schäden an Arecibo ab. Ein herabgefallenes Kabel hatte einen 30 Meter langen Riss in die Teleskopschüssel geschlagen. Anfang November dann löste sich ein weiteres Stahlseil und verursachte ebenfalls Schäden. Am 19. November entschied die NSF, der das Teleskop gehört, den Betrieb einzustellen. Eine Reparatur sei zu riskant und nicht mehr möglich, heißt es in einer Pressemitteilung der NSF. Die Anlage sollte abgerissen werden. Wenige Wochen später fiel die 900 Tonnen schwere Plattform herab.

Das Arecibo-Teleskop war 1963 errichtet worden und galt viele Jahrzehnte lang als das größte Radioteleskop der Welt. Im Jahr 1974 schickten Forscher mit Arecibo eine interstellare Radiobotschaft an mögliche Außerirdische, 1992 entdeckten Astronomen mit Hilfe der Anlage den ersten Exoplaneten.

Lesermeinung

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnerinhalte