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Astronomie mit dem Fernglas: Der Mond bedeckt den Löwenstern

Ein Ereignis, das Sie sich nicht entgehen lassen sollten, ist die Bedeckung des hellen Sterns Regulus im Sternbild Löwe durch den Mond am Abend des 29. März 2026. Mit einem Fernglas können Sie beobachten, wie der Erdtrabant den Stern scheinbar ausknipst.
Silhouette einer Person mit Fernglas vor dem Hintergrund eines dunklen Himmels.
Sternbedeckung im Blick | Ein Fernglas hilft, das Verschwinden und Wiederauftauchen des Sterns Regulus am Mondrand zu beobachten.

Nach Einbruch der Dunkelheit ziert das Sternbild Löwe (lateinisch: Leo) den Frühlingshimmel. Das hellste Leuchtfeuer dieser markanten Figur ist der 1,4 mag helle Regulus. Der auch als Alpha Leonis (α Leo) bezeichnete Stern befindet sich nur knapp südlich der Ekliptik, der scheinbaren jährlichen Bahn der Sonne durch die Sternbilder des Tierkreises. Unser Mond und alle großen Planeten unseres Sonnensystems halten sich stets in der Nähe der Ekliptik auf. So verwundert es nicht, dass der wanderlustige Erdtrabant im Lauf eines jeden Monats nahe an Regulus vorüberzieht – oder ihn einfach überrennt.

Eine Bedeckung des Sterns durch den Mond können wir am 29. März 2026 beobachten, wobei Regulus für mehr als eine Stunde hinter dem Erdtrabanten verschwindet. Dieses Ereignis lässt sich zwar theoretisch schon mit bloßem Auge verfolgen, allerdings dürfte der zu Dreivierteln beleuchtete Erdtrabant die Sicht auf Regulus erschweren. Ein Fernglas hilft, die Momente des Ein- und Austritts genauer zu erfassen. Der Eintritt findet am dunklen, östlichen Mondrand statt, also ein wenig links vom beleuchteten Teil (siehe »Bedeckung durch den Erdtrabanten«). Dort wird Regulus gegen 20:20 Uhr MESZ scheinbar wie von Geisterhand ausgeknipst. Die genaue Zeit hängt vom eigenen Standort ab und variiert im deutschsprachigen Raum um mehrere Minuten.

Bedeckung durch den Erdtrabanten | Am 29. März 2026, wenige Minuten vor dem Eintritt des 1,4 mag hellen Sterns Regulus am dunklen Mondrand, bietet sich der links dargestellte Anblick. Für die Beobachtung empfiehlt sich ein Fernglas; wer stattdessen ein Teleskop nutzt, kann zusätzlich die Bedeckung des 8,1 mag hellen Sterns HD 87884 verfolgen. Rund 90 Minuten später leuchtet Regulus am gegenüberliegenden hellen Mondrand auf (rechts). Wir sehen ihn dann oberhalb des Mare Crisium. Die angegebenen Zeiten gelten für einen Ort auf 10 Grad östlicher Länge und 50 Grad geografischer Breite.

Gegen 21:30 Uhr MESZ kommt der Löwenstern am hellen nordwestlichen Mondrand wieder zum Vorschein. Um den Austritt möglichst frühzeitig zu erkennen, sind scharfe Augen und eine große Aufmerksamkeit vonnöten. Als Anhaltspunkt für die Austrittsstelle eignet sich das Mare Crisium: ein Einschlagbecken am nordwestlichen Mondrand, das schon mit bloßem Auge als elliptischer dunkler Fleck sichtbar ist.

Da wegen der zeitlichen Unsicherheit ein längeres, genaues Hinsehen erforderlich ist, bringt der Einsatz eines genügend hohen Fotostativs große Vorteile. Das gesamte Ereignis findet in günstiger Stellung, hoch über dem Südosthorizont, statt. Somit sollte die Höhe des Fernglases über dem Boden diejenige des Kopfes übertreffen – und dies ohne, dass Sie sich hierbei akrobatisch verrenken müssen. Wir wünschen einen erfolgreichen und spannenden Beobachtungsabend!

Kurz erklärt

Bogenminute: Die Bogenminute ist eine Einheit, um die Größe von Winkeln im Gradmaß anzugeben. Ein Winkelgrad hat 60 Bogenminuten und die Bogenminute 60 Bogensekunden. Entsprechend ergeben 3600 Bogensekunden genau ein Grad.

Ekliptik: Die scheinbare jährliche Bahn der Sonne am Himmel. Sie ist der Schnitt der Erdbahnebene, der so genannten Ekliptikebene, mit der Himmelssphäre. Die Ekliptikebene ist gegen die Äquatorebene, den Schnitt des Erdäquators mit der Himmelssphäre, um 23,5 Grad geneigt.

Elongation: Winkelabstand zwischen der Sonne und einem Planeten oder dem Mond. Befindet sich ein Planet in östlicher Elongation, geht er abends nach der Sonne unter, bei westlicher Elongation geht er morgens vor der Sonne auf. Eine Elongation von 0 Grad heißt Konjunktion und von 180 Grad Opposition.

mag – Helligkeit: Historisch bedingt unterschied man die Helligkeiten zunächst in sechs Größenklassen. Der erste Detektor war das menschliche Auge, das sicherlich nicht voll ausgereift ist für astronomische Beobachtungen. Die hellsten Sterne definierte man mit der 1. Größe (1 mag), die lichtschwächsten, gerade noch mit dem Auge sichtbaren als Sterne 6. Größe (6 mag).

Konjunktion: Gleichschein, Stellung eines Planeten, bei der die Sonne in der Verbindungslinie Erde-Planet steht. Bei den Planeten Merkur und Venus kommt es zu einer oberen Konjunktion, wenn die Sonne zwischen der Erde und dem Planeten steht und zur unteren Konjunktion¸ wenn der Planet zwischen Erde und Sonne steht.

Kulmination: Durchgang eines Gestirns durch den Meridian. Man unterscheidet zwischen der oberen Kulmination (größte Höhe über dem Horizont) und der unteren Kulmination (größte Höhe unter dem Horizont). Nur bei den Zirkumpolarsternen befinden sich oberer und unterer Kulminationspunkt über dem Horizont.

Meridian: Mittagskreis, im horizontalen Koordinatensystem der Großkreis an der Himmelssphäre, der sowohl durch Zenit und Nadir als auch durch die beiden Himmelspole verläuft und den Horizont im Süd- und im Nordpunkt schneidet.

Opposition: Gegenschein, Winkelstellung zweier Planeten zueinander oder auch zu Sonne und Mond, bei der sich die ekliptikale Länge der beiden Gestirne um 180 Grad unterscheidet. Am häufigsten für den Fall gebraucht, dass Sonne-Erde und einer der äußeren Planeten auf einer Linie liegen.

Seeing: das durch die Luftunruhe der Atmosphäre hervorgerufene Flackern der Sterne.

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