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News: Der Plasmodium-Blocker

Ein DNA-Impfstoff verhindert, daß sich Malaria in Mäusen ausbreitet. Doch das neue Mittel verleiht keine Immunität gegen diese Erkrankung, sondern greift vielmehr den Parasiten in seinem nichtmenschlichen Wirt an, einer Stechmücke. Auf diese Weise könnte die Seuche mit einem völlig neuen Ansatz bekämpft werden. Auch wenn die Mücke den Impfstoff erst aufnimmt, nachdem sie einen Menschen infiziert hat, ließe sich auf lange Sicht eine weitere Ausbreitung der Malaria wirksam verhindern.
Ein Impfstoff gegen Malaria für Menschen scheiterte bis heute an dem komplizierten Lebenszyklus des Plasmodium falciparum, einem einzelligen Parasiten, der für die schwerwiegendste Form der Krankheit verantwortlich ist. Der Parasit wechselt ständig zwischen zwei Wirten hin und her: dem Menschen und der weiblichen Anopheles-Stechmücke. Dabei geht er von einer Entwicklungsform zur nächsten über und verändert dabei unaufhörlich seine Erscheinung. Antikörper im menschlichen Blut, die gegen bestimmte Parasitenproteine wirken, können die Entwicklung des Plasmodiums in den Innereien des Moskitos stören. Solche Antigene herzustellen, ist jedoch eine äußerst vertrackte Angelegenheit.

Nirbhay Kumar, Molekularbiologe an der Johns Hopkins School of Public Health in Baltimore fragte sich, ob die Gene für die Plasmodium-Antigene als Impfstoff wirken würden, wenn man sie injiziert. Wie in der Aprilausgabe von Infection and Immunity berichtet, spritzte sein Team Mäusen das Plasmodium-Gen Psf25, das nur aktiv ist, wenn der Parasit im Moskito lebt. Die Wissenschaftler vermischten anschließend Serum aus den immunisierten Mäusen mit Kulturen des Parasiten und verfütterten das entstandene Gemisch an die Moskitos. Sie fanden heraus, daß im Vergleich zu den unbehandelten Kontrollgruppen 75 Prozent weniger Insekten infiziert wurden. Noch wichtiger war jedoch folgende Beobachtung: Die verbliebenen 25 Prozent der Insekten transportierten in ihren Därmen annähernd 97 Prozent weniger Plasmodium-Oocysten. Ein solcher Impfstoff würde in der Realität erst nachträglich wirken: Die Mücke würde ihn nämlich erst aufnehmen, nachdem sie einen Menschen mit Malaria infiziert hat. Diese Art Impfung "schützt zwar nicht sofort auf individueller Ebene," erläutert Kumar, "wird sie aber in großem Umfang durchgeführt, kann man auf lange Sicht verhindern, daß Malaria übertragen wird."

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