Direkt zum Inhalt

News: Der Schock danach

Fünf Milliarden Lichtjahre in die Ferne geht der Blick zurück und stößt auf Galaxienhaufen, die sich kaum von denen aus geringerer Entfernung unterscheiden. Galaxiencluster sind viel stabiler als man bisher dachte, und sie entstehen auch nicht zufällig. Vielmehr sind sie Folge des Urknalls, der gigantische Wellen ausstieß, die alsbald wieder in sich zusammenstürzten und die Geburtsstunde der Sternsysteme einläuteten.
Eigentlich dachte man bisher, dass die Galaxien mit ihren unzähligen Sternen und Planeten zufällig entstehen. Allerdings beobachteten die Astronomen auch, dass sich überall im Universum Galaxienhaufen finden, Ansammlungen einiger weniger bis einiger tausend Sternsysteme. Nachdem viele Forscher meinten, diese Cluster seien wenig stabil und veränderten sich rasch, postulieren Raymond Carlberg vom Department of Astronomy der University of Toronto und seine Kollegen nun, dass die Galaxienhaufen alles andere als schnelllebig sind. Sie entstanden vielmehr kurz nach dem Urknall und haben sich seitdem kaum verändert.

Carlberg und seine Mitarbeiter gehen davon aus, dass der Urknall selbst für die Geburt der Galaxien verantwortlich war. Er verursachte mächtige Gravitationswellen, die – nachdem sie einmal eine bestimmte Größe erreicht haben – ihrer eigenen Gravition nicht mehr standhielten und kollabierten. Dies führte zur Ausbildung eines dunklen Halo, einer Region, die zum großen Teil aus dunkler Materie besteht und über ungeheure Anziehungskräfte verfügt. In solch einem Halo wurden Gase und Materie komprimiert und es entstanden perfekte Bedingungen für die Entstehung von Galaxien.

Der Vergleich nahe gelegener Galaxienhaufen mit jenen in großer Ferne offenbarte, dass die Cluster entgegen bisheriger Vermutungen über Milliarden von Jahren hinweg ein ziemlich beschauliches Leben führten. "Wir wissen jetzt, dass die Clusterbildung nicht zufällig erfolgte, und dass sich diese Haufen in den vergangenen fünf Milliarden Jahren kaum veränderten", meint Raymond Carlberg. "Jetzt benötigen die Kosmologen neuartige Teleskope, mit denen sie noch weiter in die Vergangenheit schauen können. Dann sehen sie vielleicht die kollabierenden dunklen Halos, und wie sie Gase akkumulieren, aus denen schließlich die Galaxien werden."

Lesermeinung

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

  • Quellen

Partnerinhalte