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Artenvielfalt: Der seltenste Affe der Welt?

Früher lebten sie in großen Teilen Chinas, heute beschränkt sich der Lebensraum der Hainan-Gibbons auf - Hainan. Doch es gibt ein bisschen Hoffnung für die Affen.
Hainan-Gibbon mit Nachwuchs

Bürokraten aus dem Reich der Mitte führten schon vor mehr als 400 Jahren akkurat Buch über verschiedenste Daten – darunter auch das Vorkommen bestimmter Tiere in einem Herrschaftsbereich. Dank dieser Chroniken konnten nun Samuel Turvey von der Zoological Society London (ZSL) und sein Team den dramatischen Lebensraumverlust der Hainan-Gibbons (Nomascus hainanus) während der vergangenen Jahrhunderte nachvollziehen. Damals lebte diese Primatenart noch in mindestens 20 chinesischen Provinzen im Südosten des Landes, doch Jagd und Lebensraumzerstörung drängten sie rasch auf immer kleinere Flächen in höher gelegenen Regionen zurück – bis die Art auf dem Festland ausgestorben war. Lange ging man davon aus, dass die Art prinzipiell nur auf der Insel Hainan vorkam, weshalb sie diesen Namen heute trägt, doch diese Ansicht entpuppt sich nun endgültig als falsch.

Auf Hainan schrumpfte ihr Lebensraum während der letzten Jahrzehnte ebenfalls deutlich und beschränkt sich mittlerweile auf das Bawangling-Naturschutzgebiet: Von rund 2000 Tieren im Jahr 1950 ging die Zahl auf heute etwa 25 Individuen zurück, wie eine aktuelle Zählung ergab. Gleichzeitig schreitet auch in ihrer letzten Zuflucht die Entwaldung voran – immerhin wurde in den vergangenen Jahren jedoch kein Fall von Wilderei bekannt, denn die Affen galten als Lieferant für die traditionelle chinesische Medizin. Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es jedoch: Ein Team des ZSL um Jessica Bryant entdeckte einen bislang nicht bekannten Familienverband der Gibbons im Regenwald von Bawangling: Diese vierte Gruppe besteht aus mindestens einem Elternpaar mit einem Nachwuchs und vergrößert damit den Weltbestand der Art um mehr als ein Zehntel.

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