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News: Der Ursprung der Hitze

Lange bevor die Erde oder irgendein anderer Planet sich um die Sonne drehte, begannen aus einer riesigen Staubwolke Asteroiden zu entstehen. Die meisten der treibenden Gebilde waren von der Art kalten Gerölls, durch das sich Han Solo in seinem klapprigen alten Raumschiff im 'Krieg der Sterne' hindurchkämpfen mußte - aus anderen sickerte jedoch Lava. Jahrzehntelang suchte man nach der Ursache für das Schmelzen der Asteroiden. Jetzt berichten Forscher, daß ein einst geschmolzener, 4,57 Milliarden Jahre alter Meteorit eindeutige Anzeichen radioaktiver Hitze aufweist.
Astronomen vermuteten schon lange, daß das radioaktive Isotop Aluminum-26 im frühen Sonnensystem gewaltige Mengen an Hitze produziert haben könnte. Mit einer relativ kurzen Halbwertszeit von 730 000 Jahren könnte das im Überfluß vorhandene Isotop frühe Asteroiden rasch geschmolzen haben. Die Forscher standen jedoch mit leeren Händen da, als sie in Meteoriten von Ur-Asteroiden nach dem Zerfallsprodukt dieses Isotops, dem Magnesium-26, Ausschau hielten. Die Suche wurde noch dadurch erschwert, daß weniger als fünf Prozent der Meteoriten, die auf der Erde einschlagen zu diesen sogenannten differenzierten Meteoriten gehören.

Für die Wissenschaftler ein Glücksfall: Ein derartiger Meteorit schlug am 20. Juni 1996 im Wüstenstaat von Rajasthan in Westindien ein. Der 42 kg schwere Meteorit, nach einem der Einschlagstelle nahegelegen Dorf Piplia Kalan genannt, schien ein hervorragendes Objekt für die Suche nach Hinweisen auf Aluminum-26 zu sein. Die Körner des aluminiumreichen Minerals Plagioklas enthielten wenig Magnesium. Dies veranlaßte den Astronomen Gopalan Srinivasan vom Physical Research Laboratory in Ahmedabad, Indien, und seine Kollegen zu der Hoffnung, daß sie eine gute Chance hätten, das durch den Zerfall von Aluminum-26 erzeugte Magnesium-26 zu finden. Tatsächlich enthielten vier Bruchstückchen von Piplia Kalan um bis zu drei Prozent höhere Magnesium-26-Konzentrationen als irdische Plagioklase. Gemessen an den Standards der kosmischen Chemie, sagt Srinivasan, "ist dieser Überschuß sehr signifikant."

Der Fund "unterstützt Vermutungen, daß Aluminum-26 die Hitzequelle" im Herzen der Asteroiden war, meint Glenn MacPherson, Geochemiker am Smithsonian Institution in Washington, D.C. Für Kenner der Asteroidengeschichte deutet dies auch darauf hin, daß der massive Urkörper von Piplia Kalan in einem Zeitraum von 5 Millionen Jahren nach der Geburt des Sonnensystems schmolz und abkühlte. Diese Zeitspanne stimmt auch mit aktuellen Computermodellen des Prozesses überei

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