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Wiederentdeckung der Woche: Der vermisste Bouvier-Stummelaffe lebt noch

Seit 50 Jahren hatte ihn niemand mehr gesehen. Nun belegen die ersten Bilder überhaupt aus dem Kongo-Regenwald, dass der Bouvier-Stummelaffe doch noch existiert.
Bouvier-Stummelaffe

Außer ein paar wenigen, verstaubten Museumsexemplaren aus dem 19. Jahrhundert wusste man bislang wenig vom Bouvier-Stummelaffen (Piliocolobus bouvieri) aus den zentralafrikanischen Regenwäldern. Und seit mehr als 50 Jahren galt die Art sogar als vermisst, da sie kein Wissenschaftler in dieser Zeit gesichert zu Gesicht bekam. Manche befürchteten sogar, die Art wäre ausgestorben. Und dennoch machte sich der belgische Biologe Lieven Devreese mit seinem kongolesischen Kollegen Gaël Elie Gnondo Gobolo auf die Suche nach den Primaten in den schwer zugänglichen Sumpfwäldern am Bokiba-Fluss in der Republik Kongo – ein Buch aus dem Jahr 1949 hatte die Region als potenzielles Verbreitungsgebiet benannt. Trotz der extremen Bedingungen in den teilweise überfluteten Wäldern und bisweilen hüfthohen Schlammpartien gelang es den beiden Forschern am letzten Tag ihres Aufenthalts im Ntokou-Pikounda-Nationalpark doch noch die Affen zu fotografieren: die ersten Bilder lebender Bouvier-Stummelaffen, die je gemacht wurden.

Trotz ihrer abgelegenen Heimat, die nur per Boot erreichbar ist, gefährden die üblichen Faktoren das weitere Überleben der Art: Die Jagd auf so genanntes Buschfleisch dezimiert die Wildtierbestände der Region drastisch. Sie geschieht jedoch nicht zur Versorgung der örtlichen Bevölkerung, sondern dient dem Konsum im großen Maßstab in der Metropole Brazzaville. Immerhin besteht seit 2013 der mehr als 4500 Quadratkilometer große Nationalpark, der auch dem Schutz mehrerer tausend Gorillas, Schimpansen und Waldelefanten dient. Auch wenn das Reservat unterfinanziert sei, so werde es doch von einem engagierten Rangerteam überwacht, berichtet Devreese auf dem Regenwaldportal Mongabay.com. Immerhin unterstützt die New Yorker Wildlife Conservation Society das Schutzgebiet und lieferte die Datenbasis, auf der das Reservat vor zwei Jahren eingerichtet wurde.

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