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Regenwald: Der weltgrößte Tropenbaum steht auf Borneo

Borneos Regenwald schwindet rasch. Doch wo noch Bäume stehen, finden Wissenschaftler immer wieder Überraschungen - etwa eine Ansammlung von Baumgiganten.
Der Baum in der Bildmitte ist über 90 Meter hoch - der höchste bislang bekannte RegenwaldbaumLaden...

Der Rekord hat nur wenige Monate gehalten: Im Juni berichteten Biologen um David Coomes von der University of Cambridge, dass sie den bis dahin höchsten Regenwaldbaum der Erde gefunden hatten. 89,5 Meter misst dieser riesige Gelbe Meranti (Shorea faguetiana) im Maliau-Becken im Norden der Insel Borneo. Wie der US-amerikanische Geoökologe Greg Asner von der Carnegie Institution bekannt gab, entdeckte er mit seinem Team nicht nur einen, sondern sogar 50 Baumgiganten, die den bisherigen Titelträger übertrumpfen. Der neue Spitzenreiter – ebenfalls ein Meranti – bringt es laut den Messungen auf 94,5 Meter Höhe. Sein Kronendurchmesser erreicht etwas mehr als 40 Meter. "Seit 20 Jahren vermesse ich den Regenwald. Aber diese Entdeckung gehört zu den bewegendsten Momenten meiner Karriere", sagte Asner nach einem Helikopterflug zu dem Baum, der im unberührten Regenwald des Danum Valley in Sabah wächst.

Tropischer Baumriese misst über 90 MeterLaden...
LiDAR-Vermessung des Baums | Mit Hilfe einer speziellen, radarähnlichen Methode namens LiDAR konnten die Wissenschaftler den Baumriesen exakt vermessen und eine Höhe von 94,5 Metern feststellen.

Während ihrer Erkundungsflüge über den Regenwäldern dieses malaysischen Bundesstaats erfassten die Forscher noch 49 weitere Bäume, die mehr als 90 Meter hoch waren. Sie zeigten die Wuchskraft dieses Ökosystems, das zu den ältesten Regenwäldern der Erde gehört, so Asner. Mit ihrem Carnegie Airborne Observatory vermessen die Wissenschaftler die Natur und erfassen über verschiedene Instrumente unter anderem die chemischen Eigenschaften und den Kohlenstoffgehalt der Vegetation. Über Radardaten und Laseraltimetrie erzeugen sie dann hoch aufgelöste, dreidimensionale Karten der Vegetation, die noch kleinste Details umfasst. Sie helfen dabei, Lebensräume für Tierarten und die Artenvielfalt des Waldes genauer zu bestimmen. Mit ihrem Rekordhalter hoffen Asner und Co, dass die verbliebenen Tieflandregenwälder Borneos endlich besser geschützt werden: Nur dort können diese Bäume ihre maximale Höhe erreichen. Allerdings liefern sie begehrtes Tropenholz, und nach dem Auslichten werden die verbliebenen Bestände häufig komplett abgeholzt, um dort Ölpalmen oder Akazien für die Papierindustrie zu pflanzen.

Die absolut höchsten Bäume der Erde stehen gegenwärtig in Kalifornien: Ein Küstenmammutbaum (Sequoia sempervirens), genannt Hyperion, beispielsweise ragt über 115 Meter in die Höhe; einige seiner Artgenossen gelten als ähnlich hoch. Rekorddimensionen nehmen auch einige Eukalyptusarten in Australien ein. Ein Exemplar eines Rieseneukalyptus (Eucalyptus regnans) wurde im 19. Jahrhundert angeblich mit einer Länge von über 132 Meter gemessen – leider existieren davon keine gesicherten Belege. Noch größere Höhen erreichen Bäume praktisch kaum, da sie ihre Wipfel dann nicht mehr ausreichend mit Wasser versorgen können.

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