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News: Des Mondes Kern

Daten der NASA-Mondsonde Lunar Prospector bestätigen, daß der Mond einen relativ kleinen Kern besitzt. Das bestärkt die Hypothese, nach der der Mond aus Materie besteht, die bei einer Kollision der Erde mit einem etwa marsgroßen Objekt herausgerissen wurde. Die Wissenschaftler stützen sich dabei auf gravimetrische und magnetische Messungen.
Die Wissenschaftler präsentierten dieses Ergebnis und andere Befunde am 16. März 1999 auf der 30. Lunar and Planetary Science Conference in Houston, Texas. Ihre Daten zeigen, daß der Mondkern weniger als vier Prozent der lunaren Gesamtmasse besitzt. Dies ist vergleichsweise gering, wenn man es mit den Verhältnissen bei der Erde vergleicht. Dort enthält der Eisenkern etwa dreißig Prozent der Gesamtmasse.

"Dies ist ein entscheidender Befund, der den Wissenschaftlern dabei helfen kann, herauszufinden, wie die Erde und der Mond entstanden sind", sagt der Leiter der Lunar Prospector-Mission Alan Binder vom Lunar Research Institute in Tuscon.

Ähnlichkeiten in der Zusammensetzung der Mineralien von Erde und Mond zeigen, daß beide einen gemeinsamen Ursprung haben. Allerdings müßte der Mond einen ähnlich großen Kern wie die Erde aufweisen, wenn beide aus derselben Wolke aus Staub und Felsen entstanden sein sollten. Nach einer dritten Theorie wurde der Mond durch die Schwerkraft der Erde eingefangen.

Auf den Ergebnissen der Apollo-Missionen aufbauend vermuteten Wissenschaftler, daß der Mond gebildet wurde, als ein marsgroßes Objekt die Erde in ihrer frühen Entwicklungsphase getroffen hat. "Dieser Einschlag geschah, nachdem der Eisenkern der Erde gebildet wurde, und schleuderte felsiges, eisenarmes Material aus der äußeren Schale in die Umlaufbahn", erklärt Binder. "Es war genau das Material, das sich sammelte, um den Mond zu bilden."

"Eine weitere Analyse der Daten von Lunar Prospector ist notwendig, um Aussagen über die exakte Größe des Mondkerns und die Menge von Elementen wie Gold, Platin und Iridium – die alle um metallisches Eisen herum konzentriert sind – in lunaren Gesteinen zu verbessern", fügt er hinzu. Das könnte klären, ob die Theorie des "Großen Einschlags" stimmt, oder ob der Mond doch auf eine andere Weise entstanden ist.

Bei den derzeitigen Daten handelt es sich um Schwerkraftmessungen die von Alex Konopliv vom Jet Propulsion Laboratory geleitet werden. Seine Resultate weisen darauf hin, daß der Kern des Mondes einen Radius zwischen 220 und 450 Kilometern aufweist. Dieses Ergebnis steht im Einklang mit den unabhängig davon erhaltenen magnetischen Meßwerten, die von Lon Hood von der University of Arizona in Tuscon berechnet wurden. Diese deuten auf einen Kernradius von 300 bis 425 Kilometer hin.

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