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Klimaschutz: Deutscher Kohlendioxidausstoß sinkt weiter

Der Gesamtausstoß aller Treibhausgase in Deutschland ist im Jahr 2008 gegenüber dem Vorjahr um fast zwölf Millionen Tonnen gesunken – ein Rückgang um 1,2 Prozent. Die Gesamtemissionen liegen bei 945 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten und damit im Zielkorridor des Kyoto-Protokolls: Danach muss Deutschland seine jährlichen Emissionen im Durchschnitt der Jahre 2008 bis 2012 um 21 Prozent verglichen mit 1990 mindern. Nach den jetzt vorliegenden Nahzeit-Prognosen des Umweltbundesamtes (UBA) hat Deutschland bereits im ersten Jahr dieses Zielkorridors seine Verpflichtungen erfüllt und 23,3 Prozent Minderung erreicht.

Den größten Anteil am deutlichen Rückgang haben die Kohlendioxidemissionen: Sie sanken um 9,4 Millionen Tonnen (minus 1,1 Prozent). CO2 trug 2008 etwa mit 88 Prozent zur deutschen Treibhausgasbilanz bei. Grund dafür sei vor allem die gesunkene Nachfrage nach Stein- und Braunkohle sowie der der vermehrte Einsatz emissionsärmere Energieträger wie Erdgas und erneuerbare Energien, so Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamtes. Diese Abnahme sei umso beachtlicher angesichts des gestiegenen Primärenergieverbrauchs um etwa ein Prozent wegen des Wirtschaftswachstums.

Ein starker Entkopplungstrend verursacht diese Entkoppelung: Während mehr flüssige Brennstoffe – vor allem leichtes Heizöl – eingesetzt wurden, gab es vor allem gegen Jahresende deutliche Absatzrückgänge bei den übrigen Brennstoffen wie Stein- und Braunkohle. Letztere verursachen höhere Treibhausgasemissionen. Unternehmen und Privathaushalte setzten Erdgas ein, um Strom zu erzeugen und Räume zu beheizen. Kohle spielte hingegen im Kraftwerkssektor und in der Eisen- und Stahlindustrie eine abnehmende Rolle. Die Emissionen folgten diesem Trend, wie der Zuwachs bei den Mineralölen zeigt, während durch Erdgas oder Kohle weniger frei wurde. Dazu kommt der weitere Ausbau erneuerbarer Energieträger, die nun 7,4 Prozent des gesamten Primärenergieverbrauchs decken – im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 7,3 Prozent.

Die Gesamtemissionen an Methan blieben 2008 insgesamt unverändert. Die Abfallbehandlung senkte ihre Emissionen um fünf Prozent, während sie in der Tierhaltung weiter anstiegen. Beim Lachgas – es entsteht vor allem in der Landwirtschaft und der chemischen Industrie – sanken die Emissionen gegenüber 2007 um ein Zwanzigstel, was auf Minderungsanstrengungen in der chemischen Industrie zurückgeht.

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