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Roboterfußball: Deutschland erfolgreich bei der Fußball-WM der Roboter

Bei der achten Weltmeisterschaft im Roboterfußball in Lissabon sind deutsche Teams in mehreren Disziplinen Weltmeister geworden. Die FU-Fighters der Freien Universität (FU) Berlin standen bei der Liga der kleinen Roboter (Small Size League) zum vierten Mal innerhalb der letzten sechs Jahre im Endspiel. Sie gewannen zwei zu eins gegen das Team der Universität Queensland, Australien. In der Liga der großen Roboter (Middle Size League) belegten die FU-Fighters den vierten Platz; hier hatten sich 24 der 35 angemeldeten Teams für die Teilnahme qualifiziert. Die ersten beiden Plätze machten zwei japanische Teams unter sich aus. Die Stuttgarter CoPS belegten den dritten Platz

Im Finale der vierbeinigen Sony-Roboterhunde hat sich das von den Universitäten in Berlin (Humboldt), Bremen, Darmstadt (TU) und Dortmund gebildete "GermanTeam" mit fünf zu drei gegen das Team UTS-unleashed von der University of Technology Sydney durchgesetzt und ist damit Weltmeister. In der Liga der vierbeinigen Roboterhunde treten jeweils vier gegen vier der circa 25 Zentimeter hohen Roboterhunde auf einem rund dreimal vier Meter großen Spielfeld gegeneinander an. Die Roboter sind dabei völlig autonom, das heißt, sie müssen alle Entscheidungen selbsttätig treffen und umsetzen.

Das FU-Team erhielt außerdem den Engineering Award Small Size League 2004. Ausgezeichnet wurde das von den FU-Informatikern um Raúl Rojas entwickelte Computerprogramm, das die Fußballroboter "sehen" lässt, indem es ein Videosignal vom Spielfeld auswertet. Besonders die Fähigkeit, mit sich ändernden natürlichen Lichtverhältnissen umzugehen, überzeugte die Juroren.

Das Team ResQ Freiburg des Lehrstuhls für Grundlagen der Künstlichen Intelligenz konnte bei "RoboCup Rescue" gleich zwei Preise einstreichen. Bei diesem Wettbewerb geht es um simulierte Katastropheneinsätze, bei denen in einer Softwaresimulation autonome Agenten Menschleben retten, Feuer löschen und Straßen frei räumen müssen. Die Freiburger zeigten, dass ihre Agentengruppen dies besser als die der anderen 18 angetretenen internationalen Teams konnten und wurde Weltmeister in diesem Wettbewerb. Damit konnten Teams nach Siegen in den Jahren 1998, 2000 und 2001 bei den fußballspielenden Robotern das vierte Mal einen Weltmeisterschaftstitel mit nach Hause bringen. Schließlich wurde das Team auch noch mit dem Infrastruktur-Preis ausgezeichnet, der für die Erstellung eines innovativen Feuersimulators und eines 3D-Visualiserungswerkzeugs vergeben wurde. Beide Werkzeuge werden in den kommenden Wettbewerben eingesetzt werden.

Die Weltmeisterschaft im Roboterfußball, RoboCup, wird seit dem Jahr 1997 jährlich ausgetragen. In diesem Jahr fand die WM in Lissabon statt, parallel zu der in Portugal ausgetragenen Fußball-Europameisterschaft. Mehrere Tausend Besucher verfolgten die Spiele, die in den Hallen des Lissaboner Expo-Geländes stattfand. Im Roboterfußball geht es darum, komplexe Probleme der Steuerung und Wahrnehmung von Sensordaten in einer bekannten Umgebung zu lösen. Die Ergebnisse können für zukünftige Industrie- oder Büroroboter nützlich sein.
06.07.2004

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 06.07.2004

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