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Umweltschutz: Deutschland versagt beim Kampf gegen illegalen Holzhandel

Illegale Abholzung auf Sumatra
Anhand einer Untersuchung von 23 europäischen Ländern kommt die Naturschutzorganisation WWF zum Schluss, dass Europa viel zu wenig gegen den internationalen illegalen Holzhandel tut. Gerade auch Deutschland ließ dabei in seinem Engagement in den letzten Jahren nach.

Während die Bundesrepublik im Jahr 2004 noch auf Platz 2 innerhalb dieser Rangliste lag, rutschte sie nun auf den sechsten Platz ab und erreicht dabei nur 10,8 von 22 möglichen Punkten. Spitzenreiter ist hier Großbritannien mit 13,4 Punkten vor den Niederlanden (13,2) und Dänemark (11,6). Insgesamt sind aber die Bemühungen aller Europäer viel zu gering, um den Import von illegal gerodeten Hölzern aus Russland, Indonesien oder Afrika wirkungsvoll einzudämmen.

So gebe es mit Ausnahme von Frankreich nirgendwo ernsthafte Bemühungen, bei öffentlichen Bauten ausschließlich legales oder nachhaltig produziertes Holz zu verwenden. Auf der anderen Seite ist die Europäische Union einer der größten Absatzmärkte für ungesetzlich eingeschlagene Hölzer. In Deutschland liegt deshalb seit geraumer Zeit ein so genannten Urwaldschutzgesetz vor, dass Kauf und Verkauf von Raubhölzern verbieten und unter hohe Strafen stellen soll. Laut dem WWF sieht die gegenwärtige Regierung aber bislang noch keine Veranlassung, dieses Gesetz weiterzuverfolgen und in den Bundestag zur Verabschiedung einzubringen.

Länder wie Indonesien haben sich in der Vergangenheit bereits mehrfach mit der Bitte an die Europäische Union gewandt, den Handel mit illegalen Hölzern und Holzprodukten innerhalb der Gemeinschaft einzudämmen. Die Herkunftsländer sehen sich außerstande, dieses Problem allein innerhalb ihrer Grenzen zu lösen.

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