Direkt zum Inhalt

News: DFG glaubt nicht an Klonbaby

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hält die Ankündigung eines geklonten Babys für gleichermaßen unglaubwürdig wie verwerflich. In einer Stellungnahme verurteilt DFG-Präsident Ernst-Ludwig Winnacker Klonversuche beim Menschen, da das Klonen nach dem Dolly-Verfahren mit Nebenwirkungen verbunden sei, die zur Geburt von zahllosen behinderten Kindern führen müssten. Dazu kämen schwerste moralische Bedenken, wenn ein Klon nicht zum Zwecke seiner selbst, sondern im Interesse Dritter beispielsweise als Ersatzteillager oder zur Stärkung deren eigenen Egos erzeugt würde. Dies sei mit dem Begriff der Menschenwürde unvereinbar.

Winnacker forderte die Regierungen der UNO-Mitgliedsstaaten auf, baldmöglichst ein weltweites Verbot zumindest des reproduktiven Klonens durchzusetzen. Auch der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, sprach sich gegen reproduktives Klonen von Menschen und das therapeutische Klonen mit embryonalen Stammzellen aus. Ärzte wie Severino Antinori seien "Amokläufer", die international geächtet werden müssten.

Inzwischen soll das Klonbaby, dessen angebliche Geburt Brigitte Boisselier von Clonaid am Freitag bekannt gab, "zu Hause" eingetroffen sein. Kritiker bezweifeln, dass das angeblich geklonte Baby bereits vier Tage nach seiner Geburt in die USA zurückkehren konnte, da Babys nach einem Kaiserschnitt wenigstens vier Wochen nicht fliegen sollten.

Ein Nachweis der erfolgreichen Klonierung steht nach wie vor aus. Boisselier weigerte sich, ihre Aufzeichnungen von den Studien zu veröffentlichen, die zum Klonen des Kindes aus einer Zelle der Mutter geführt haben soll.

Schreiben Sie uns!

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnerinhalte

Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalität von Spektrum.de zu erhalten.