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Diabetische Retinopathie : Wenn Diabetes das Augenlicht raubt

Eine der Hauptursachen für Erblindung weltweit ist die diabetische Retinopathie. Doch eine frühzeitige Diagnose und die richtigen Behandlungen können das Sehvermögen erhalten.
Eine Person sitzt vor einem ophthalmologischen Gerät und unterzieht sich einer Augenuntersuchung. Die Person blickt konzentriert in das Gerät, während ein medizinisches Fachpersonal die Untersuchung durchführt. Das Bild zeigt die klinische Umgebung und die Verwendung moderner Technologie zur Augenuntersuchung.
Ein über Jahre hinweg unkontrollierter Blutzucker kann ernsthafte Schäden am Auge anrichten. In der Netzhaut kann überschüssige Glukose winzige Blutgefäße schädigen – und im Extremfall zu komplettem Sehverlust führen.

Sterling Glass litt als Kind unter vielen gesundheitlichen Problemen: geschwollenen Füßen, Nachtschweiß, Übelkeit und Erbrechen, unstillbarem Durst und Fatigue, die ihn oft so erschöpfte, dass er nicht zur Schule konnte. Die Symptome schienen nicht miteinander zusammenzuhängen. Und weder er noch seine Eltern fragten einen Arzt, ob es eine allen gemeinsam zugrunde liegende Ursache gab – bis Glass eines Tages nicht mehr aus dem Bett kam und fünf Tage lang nichts aß, weil ihm so schlecht war. Schließlich teilten die Ärzte der Familie mit, dass der Junge, mittlerweile 19 Jahre alt, Typ-I-Diabetes hatte (siehe »Kurz erklärt«).

Zu diesem Zeitpunkt, vor 30 Jahren, waren seine Blutzuckerwerte auf 600 Milligramm pro Deziliter angestiegen – sechsmal höher als normal. »Der Arzt war völlig geschockt«, erinnert sich Glass, der heute in Asheboro, North Carolina, lebt. »Er konnte sich nicht erklären, wieso ich noch am Leben war.«

Inzwischen ist Sterling Glass blind. Ein über Jahre hinweg unkontrollierter Blutzucker kann ernsthafte Schäden an Organen im ganzen Körper anrichten. Häufig sind dabei die Augen betroffen. In der Netzhaut (Retina), dem lichtempfindlichen Gewebe im hinteren Teil des Auges, kann überschüssige Glukose winzige Blutgefäße schädigen. Durch die entstehenden Ablagerungen kommt es zu Aussackungen in den Gefäßen, welche daraufhin undicht werden. Um die resultierende Sauerstoffunterversorgung auszugleichen, schüttet die Netzhaut Botenstoffe aus, die ein übermäßiges Gefäßwachstum auslösen. Die Wucherungen und Blutungen gefährden das Sehvermögen.

Kurz erklärt: Diabetes mellitus

Unsere Nahrung enthält unter anderem Kohlenhydrate, nach deren Aufspaltung im Magen-Darm-Trakt Glukose ins Blut gelangt. Die Bauchspeicheldrüse schüttet daraufhin das Hormon Insulin aus, wodurch Körperzellen das Zuckermolekül aus dem Blut aufnehmen. Dieser Mechanismus ist bei Diabetes gestört; es kommt daher zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel, der unbehandelt lebensbedrohlich ist.

Bei gesunden Personen liegt der Blutzuckerspiegel im nüchternen Zustand unter 100 Milligramm pro Deziliter Blutserum. Für Diabetes sprechen Werte ab 126 oder höher. Diabetes gilt als Volkskrankheit, weltweit sind mehr als 400 Millionen Menschen betroffen. Rund 90 Prozent davon haben Typ-II-Diabetes.

Typ-I-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem insulinproduzierende Zellen in der Bauchspeicheldrüse angreift. Sie ist nicht heilbar, die Betroffenen müssen ihr Leben lang Insulin spritzen. Typ-II-Diabetes entsteht durch eine verminderte Empfindlichkeit der Zellen für Insulin. Diese Insulinresistenz führt dazu, dass die Glukose im Blut bleibt und der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht ist. Neben einer erblichen Veranlagung gelten Übergewicht und Bewegungsmangel als die wichtigsten Verursacher.

Im Lauf des Lebens entwickelt mehr als die Hälfte der Menschen mit Diabetes eine solche diabetische Retinopathie, die zu vollständigem Sehverlust führen kann. Betroffen sind fast 10 Millionen Personen in den USA und 100 Millionen weltweit. Die Erkrankung gilt als Hauptursache für Erblindung im erwerbsfähigen Alter.

Aber es gibt Möglichkeiten, die Folgen abzuwenden. Operationen mit Skalpellen oder Lasern können das Auge stabilisieren und das Sehvermögen erhalten; insbesondere lassen sich dank Verfeinerungen in der Laserchirurgie die Gefäßwucherungen stoppen. Zusätzlich existieren Medikamente, die das Wachstum der Blutgefäße hemmen. Und laut aktuellen Forschungen können GLP (Glucagon-like peptide)-1-Rezeptoragonisten wie Ozempic und Mounjaro – die aufgrund ihres Abnehmeffekts enorme Popularität erlangt haben – die Erblindung in bestimmten Fällen verlangsamen oder verhindern, weil sie die Kontrolle über den Blutzucker verbessern.

Diabetes wird oft zu spät erkannt

Leider werden viele Menschen, wie auch Glass, jahrelang nicht auf Typ-I-Diabetes untersucht. Diese Verzögerung ermöglicht es der Retinopathie, unbemerkt zu bleiben, da sie normalerweise keine offensichtlichen Symptome verursacht – bis sie bereits ein fortgeschrittenes Stadium erreicht hat. »Die diabetische Retinopathie entwickelt sich zu einer Epidemie, hauptsächlich, weil Diabetes selbst zu einer Epidemie geworden ist«, sagt Raj K. Maturi, Retinaspezialist und Augenarzt an der Indiana University School of Medicine.

Ab etwa dem 30. Lebensjahr wurde es für Glass zunehmend schwierig, seine Glukosewerte zu kontrollieren. Er war in einem Lagerhaus beschäftigt und fuhr dort Gabelstapler. Sein Arbeitgeber erlaubte es ihm nicht, Blutzucker-Testkits mit Nadeln mitzubringen – selbst während 12-Stunden-Schichten. Zudem ließ er an arbeitsreichen Tagen manchmal das Mittagessen aus, was die Schwankungen seines Blutzuckerspiegels verstärkte.

»Die diabetische Retinopathie entwickelt sich zu einer Epidemie«Raj Maturi, Augenarzt

Irgendwann setzten quälende Kopfschmerzen ein, die ihm das Gefühl gaben, ohnmächtig zu werden. Er konnte keine schweren Maschinen mehr bedienen und wurde schließlich berufsunfähig. Das veranlasste ihn – nach jahrelangem Bitten seiner Frau – eine umfassende Augenuntersuchung machen zu lassen. Glass war sich allerdings seines guten Sehvermögens so sicher, dass er selbst mit dem Auto zum Augenarzt fuhr. Als dieser ihm mitteilte, dass er diabetische Retinopathie habe, dachte er bei sich: »Der ist wohl verrückt, ich sehe doch perfekt. Auf keinen Fall lasse ich mich operieren.«

Retinopathie ist zwar die häufigste Ursache für Sehverlust bei Diabetes, aber nicht die einzige. So haben die Betroffenen ein zwei- bis fünfmal höheres Risiko, an grauem Star zu erkranken, der die Linse des Auges trübt. Außerdem kann die Makula, der Ort des schärfsten Sehens im Zentrum der Retina, anschwellen, was zu verschwommenem Sehen führt.

Diabetische Retinopathie verursacht selten Schmerzen. Trotzdem ist es möglich, dass die schweren Kopfschmerzen, unter denen Glass litt, durch die Vermehrung abnormaler Blutgefäße auf seiner Iris verursacht wurden, sagt Akrit Sodhi, Augenarzt am Wilmer Eye Institute der Johns Hopkins University School of Medicine. Bei einem solchen neovaskulären Glaukom (eine aggressive Form des grünen Stars) können Blutgefäße das Drainagesystem des Auges blockieren, wodurch sich Flüssigkeit ansammelt und der resultierende Druck erhebliche Schmerzen und Lichtempfindlichkeit verursacht.

Das Versäumnis, Menschen ausreichend auf diabetische Augenerkrankungen zu untersuchen und zu behandeln, ist »eine Tragödie, die angegangen werden muss«, sagt Avnish Deobhakta, Augenarzt am New York Eye and Ear Infirmary des Mount Sinai Hospital.

Operationen und Injektionen, um das Augenlicht zu retten

Schließlich stimmte Sterling Glass doch einer Operation zu. Der Eingriff schien zunächst erfolgreich zu sein, aber seine Retinopathie hatte bereits große Schäden verursacht. Die Netzhaut des linken Auges versagte letztlich.

Retinaspezialisten probierten mehrere Verfahren aus, um das verbliebene Sehvermögen von Glass zu retten – einschließlich der Injektion eines Medikaments direkt in sein rechtes Auge. Der Wirkstoff hemmt oder stoppt das Wachstum neuer Blutgefäße, indem er den vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor (VEGF) blockiert. Solche Mittel haben laut Maturi die Behandlung und Prognose der Retinopathie revolutioniert.

»Anti-VEGF-Medikamente haben unser Fachgebiet über Nacht verändert«Avnish Deobhakta, Augenarzt

Anti-VEGF-Präparate können die Geschwindigkeit des Sehverlusts verlangsamen und ihn sogar umkehren, erklärt Maturi. Heute sind sie oft die erste Wahl. »Sie haben unser Fachgebiet über Nacht verändert«, so Deobhakta. »Anti-VEGF-Medikamente wurden zum Standard der Versorgung.« Sie wirken jedoch nicht bei jedem gleich gut. So sind sie bei Patientinnen und Patienten mit sehr fortgeschrittener Erkrankung weniger effektiv.

Auch Glass versuchte es mit den Injektionen – aber ohne Erfolg, seine Retinopathie war bereits zu schwerwiegend. Also wählte sein Augenarzt eine andere Option: eine Laseroperation, um Blutgefäße zu schrumpfen und ihr Wachstum zu stoppen. Diese Art des Eingriffs wird seit den 1970er-Jahren gegen die diabetische Retinopathie eingesetzt und seitdem kontinuierlich verfeinert (siehe »Hilfe per Laser«).

Hilfe per Laser |

Bei der diabetischen Retinopathie wird der Sehverlust durch das Wachstum abnormaler Blutgefäße in der Netzhaut verursacht, der lichtempfindlichen Zellschicht im hinteren Teil des Auges. Diese Gefäße werden undicht und schädigen die Netzhaut. Eine Technik namens Laserkoagulation kann die Verschlechterung stoppen. Ein punktgenauer Laser verwandelt die beschädigten Stellen in Narben. Die Narben verhindern nach Ansicht von Spezialisten, dass neue undichte Blutgefäße wachsen. Daher kann das Sehvermögen erhalten bleiben.

Meistens zielen die behandelnden Ärztinnen und Ärzte darauf ab, jene veränderten Teile der Netzhaut zu stabilisieren, die Blutungen, Schwellungen oder Ablösungen verursachen können. Sie verwenden Laser, um den äußeren Bereich der Retina, der für das periphere und nächtliche Sehen verantwortlich ist, zu vernarben. Damit will man verhindern, dass von hier Wachstumssignale gesendet werden, die weitere abnormale Blutgefäße zur Folge hätten, erläutert Deobhakta.

Die Narbenbildung kann jedoch dazu führen, dass die Patienten ihr peripheres und nächtliches Sehen einbüßen. Aber das Verfahren schützt die für das scharfe Sehen entscheidende Makula im Zentrum der Retina. »Es ist fast so, als würde man die Netzhaut zerstören, um sie zu retten«, sagt Deobhakta.

Die Hoffnung nicht verlieren

Doch Glass sah zunehmend schlechter und verfiel in eine tiefe Depression. Seine Schwester rettete ihn: Als professionelle Sängerin half sie ihm, Kontakt zum Musikdirektor der »Blind Boys of Alabama« aufzunehmen. Die mehrfach mit dem Grammy prämierte Gospelgruppe besteht aus schwarzen Männern, die ihr Augenlicht verloren haben. Sie luden Glass, der ebenfalls Schwarzer ist, zu einem Vorsingen ein.

»Es ist fast so, als würde man die Netzhaut zerstören, um sie zu retten«Avnish Deobhakta, Augenarzt

Für Glass war das die erste Begegnung mit anderen blinden Menschen, und es erstaunte ihn, dass sie trotz ihrer Einschränkung ihr Leben lebten und sogar Erfolg hatten. Die Sänger teilten ihre Geschichten mit ihm und informierten ihn, wo er Hilfe bekommen konnte. »Nachdem ich wieder zu Hause war, dachte ich: Ob ich mich ihnen nun anschließe oder ob sie mich nicht einmal zurückrufen – ich bin glücklich. Jetzt habe ich Hoffnung.« Einige Wochen später luden die Blind Boys Glass ein, der Band beizutreten. Er sang 2022 zum ersten Mal mit ihnen und tritt seitdem auf. Damit kehrte auch seine Lebensfreude wieder.

Fortschritte in der Therapie der diabetischen Retinopathie

Es gibt weitere Fortschritte bei der Behandlung der Retinopathie. Frühere Varianten der injizierbaren Medikamente mussten einmal im Monat ins Auge gegeben werden und erzwangen häufige Arztbesuche – eine Belastung für jene, die einen Job hatten oder sich um ihre Familie kümmern mussten. Viele der US-Patientinnen und -Patienten sind zudem oft nicht einmal versichert, sagt Deobhakta. »Deshalb treten immer wieder Komplikationen auf, weil die Leute ihre Injektionen nicht bekommen.«

Aber die neueste Generation von Anti-VEGFs wirkt bis zu zwei oder sogar drei Monate lang, wodurch weniger Termine erforderlich sind, erläutert Deobhakta. Und jetzt gibt es sogar ein nachfüllbares Reservoir, das im Auge implantiert wird. Das Gerät muss nur alle neun Monate nachgefüllt werden.

Menschen mit Typ-I-Diabetes können auch von den neuen GLP-1-Rezeptoragonisten profitieren, zum Beispiel Ozempic. Die umfangreiche Medienberichterstattung betont die Abnehmeffekte, aber ursprünglich wurden die Präparate entwickelt, um Diabetikern bei der Kontrolle ihres Blutzuckers zu helfen. Glass nimmt ein GLP-1-Medikament namens Mounjaro ein, zusammen mit Kurz- und Langzeitinsulin und anderen Mitteln.

Die jüngste Forschung liefert widersprüchliche Ergebnisse dazu, inwiefern Ozempic und Co den Verlauf der frühen Phase der Augenerkrankung beeinflussen. Einige Studien beobachteten sogar eine leichte – und vorübergehende – Verschlimmerung. Aus diesem Grund empfehlen Experten regelmäßige Augenuntersuchungen bei Einnahme solcher Präparate. Es konnte aber auch gezeigt werden, dass die Pillen das Risiko verringern, eine schwere Form der Retinopathie zu entwickeln und zu erblinden. Und da eine Verschlechterung nur kurz anhält, überwiegen die Vorteile die Risiken, sagt Sodhi. »Im Allgemeinen ist es besser, mit diesen Medikamenten eine gute Blutzuckerkontrolle zu erreichen.«

Wissenschaftler erkunden darüber hinaus die Möglichkeiten von Gentherapien bei diabetischer Retinopathie. Hierbei führen sie ein Gen in das Erbgut ein, welches das Wachstum von Blutgefäßen hemmt – in der Hoffnung, das Leiden auf diese Weise mit einer einmaligen Maßnahme in den Griff zu bekommen. Eine Medikamentenklasse namens Fenofibrate, die zur Senkung erhöhter Blutfettwerte dient, könnte das Risiko verringern, dass sich eine frühe Retinopathie verschlimmert.

Glass sagt, er arbeite jetzt hart daran, seinen Diabetes zu managen. Er und ein weiteres Mitglied der Blind Boys, das ebenfalls Diabetes hat, ermutigen sich gegenseitig, ihren Blutzucker zu kontrollieren. Während er mit der Gruppe reist, die mindestens 100 Auftritte pro Jahr hat, spricht Glass mit so vielen Menschen wie möglich über die Bedeutung der Diabeteskontrolle und den Schutz ihres Augenlichts. »Ich rate jedem: Nimm es ernst. Man hat nur ein Paar Augen.«

»Ich rate jedem: Nimm es ernst. Man hat nur ein Paar Augen«Sterling Glass, Betroffener

Laut dem National Eye Institute können eine frühzeitige Diagnose, Behandlung und regelmäßige Nachuntersuchungen bei diabetischer Retinopathie das Risiko der Erblindung um 95 Prozent senken. Die American Diabetes Association empfiehlt Menschen mit Typ-I-Diabetes daher, ihre erste Augenuntersuchung innerhalb von fünf Jahren nach der Diagnose machen zu lassen. Adrian Au, Augenarzt am Stein Eye Institute der University of California in Los Angeles, betont, wie wichtig es ist, dass Patienten bereits vor dem drohenden Sehverlust auf die Situation vorbereitet werden. In seinem Augeninstitut hilft man ihnen dabei, Zugang zu visueller Rehabilitation zu bekommen, also zu Technologien wie Vergrößerungsgläsern und Bildschirmlesegeräten, zu Beratungsprogrammen sowie zu Transport- und Haushaltsdiensten.

Insgesamt gibt es einen Mangel an Netzhautspezialisten, und einige Gesundheitssysteme versuchen, das durch den Einsatz von Telemedizin und künstlicher Intelligenz auszugleichen. Diese Entwicklung ist besonders für diejenigen hilfreich, die in ländlichen Gebieten leben. Hausärzte können Fotos der Retina machen und anschließend von einem KI-Programm prüfen lassen – bevor sie ihre Patientinnen und Patienten weiter an Fachspezialisten überweisen.

Glass sagt, die Blind Boys hätten ihm nicht nur eine Karriere ermöglicht – sie vermittelten ihm einen Lebenssinn. »Ich habe eine neue Mission«, betont er. »Ich kann meine Geschichte mit Menschen teilen und versuchen, ihnen zu helfen, ihr Augenlicht zu retten.«

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  • Quellen

Biber, J. et al., Pharmacology & Therapeutics 10.1016/j.pharmthera.2025.108 862, 2025

Coney, J., Scott, A., Journal of the National Medical Association 10.1016/j.jnma.2021.12.011, 2022

Kroop, M. et al., The EPMA Journal 10.1007/s13167–023–00 314–8, 2023

Ramsey, D. et al., JAMA Network Open 10.1001/jamanetworkopen.2025.26 321, 2025

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