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Ernährung: Diätsalz schützt vor Herzerkrankungen

Für einen gesunden Lebensstil muss man nicht auf das Salz in der Suppe verzichten. Ein kaliumhaltiger Salzersatz senkt den Blutdruck und kann so möglicherweise Herzinfarkte verhindern.
Aus Salz geformtes Kardiogramm
Zu viel Kochsalz kann den Blutdruck erhöhen und Herzerkrankungen begünstigen.

Kochen und würzen Menschen mit einem kaliumhaltigen Kochsalzersatz, leiden sie seltener an Herzkomplikationen und haben ein geringeres Sterberisiko. Das zeigt die studienübergreifende Analyse eines Teams um Xuejun Yin von der australischen University of New South Wales. Ihre Ergebnisse veröffentlichte die Gruppe im Fachjournal »Heart«.

Versetzt man Natriumchlorid, das klassische Kochsalz, mit einer gewissen Menge Kaliumchlorid, senkt das auf Dauer den Blutdruck; nicht nur wegen der geringeren Natriumzufuhr, sondern auch weil Kalium an sich blutdrucksenkende Eigenschaften hat. Bisher fehlte es jedoch an stichhaltigen Beweisen dafür, dass »Blutdrucksalz« oder »Diätsalz«, wie es im Handel heißt, auch tatsächlich weniger Herzerkrankungen zur Folge hat. Die neuen Berechnungen der australischen Gesundheitsforscher auf Basis von fünf Studien mit insgesamt 24 000 Versuchspersonen ergaben, dass sowohl das allgemeine Sterberisiko als auch die Wahrscheinlichkeit, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, um elf Prozent sank. Die verwendeten Diätsalze bestanden zu 25 bis 65 Prozent aus Kaliumchlorid.

Der Großteil der Daten stammt von einer Fünf-Jahres-Studie aus China mit 21 000 älteren und vorerkrankten Versuchspersonen. Die restlichen Experimente umfassten auch jüngere Menschen und solche ohne Bluthochdruck, weshalb sich der herzschützende Effekt von Salzersatzmitteln laut der Forschungsgruppe auch auf andere Bevölkerungsteile übertragen lässt. Allerdings arbeiteten diese Versuche mit weitaus weniger Probanden. Nur Menschen mit einer Hyperkaliämie, also einem erhöhten Kaliumspiegel, sollten auf die Maßnahme verzichten. Vor allem Nierenerkrankungen sind ein Risikofaktor dafür.

Die Bevölkerung Chinas nimmt mit durchschnittlich mehr als zehn Gramm pro Tag besonders viel Salz zu sich. Doch auch in Deutschland liegt der Salzkonsum mit knapp neun Gramm deutlich über der Empfehlung der WHO von fünf Gramm. Eine zu hohe Natriumzufuhr zählt zu den Hauptursachen für Bluthochdruck, woran weltweit jährlich 9,5 Millionen Menschen sterben.

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